Das Wichtigste in Kürze
- Die Abiturnote ist nur einer von mehreren Hebeln im Tiermedizin-Auswahlverfahren. ZEQ und AdH bieten zusätzliche Ansatzpunkte.
- Ein gutes TMS-Ergebnis, eine TFA-Ausbildung oder Berufserfahrung können deine Chancen an mehreren Standorten spürbar erhöhen.
- Auch die richtige Ortspräferenz und eine saubere, fristgerechte Bewerbung sind unterschätzte Erfolgsfaktoren.
- Es gibt keinen Trick, der den NC umgeht, aber mehrere legitime Wege, die eigene Bewerbung realistisch zu stärken.
Aus eigener Erfahrung und aus vielen Gesprächen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen habe ich sieben Hebel zusammengetragen, die wirklich etwas bringen können, ganz ohne falsche Versprechen. Stand dieser Sammlung: Juli 2026.
1. Das TMS-Ergebnis ernst nehmen
An allen fünf Standorten spielt der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) im AdH eine Rolle, teils freiwillig, teils fest eingerechnet. Wer sich gut vorbereitet und ein starkes Ergebnis erzielt, kann damit einen schwächeren Abiturschnitt zumindest teilweise ausgleichen. Details zur Gewichtung je Standort findest du im Ratgeber AdH: Auswahlverfahren der 5 Hochschulen im Detail.
2. Eine TFA-Ausbildung in Erwägung ziehen
Eine abgeschlossene Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte oder Tiermedizinischer Fachangestellter zählt in der ZEQ genauso wie im AdH mehrerer Standorte. Planst du ohnehin eine Wartephase ein, kannst du diese sinnvoll nutzen. Mehr dazu im Ratgeber TFA-Ausbildung: Der Bonus im Auswahlverfahren.
3. Die ZEQ nicht unterschätzen
Viele konzentrieren sich nur auf Abiturnote und AdH und übersehen die Zusätzliche Eignungsquote, in der die Note gar keine Rolle spielt. Bist du hier gut aufgestellt, hast du einen dritten unabhängigen Zugangsweg. Alle Kriterien im Detail liest du im Ratgeber ZEQ: Zusätzliche Eignungsquote.
4. Auf alle fünf Standorte gleichzeitig bewerben
Ein echter, aber oft übersehener Hebel: Du kannst dich zeitgleich auf alle fünf Standorte bewerben, das kostet dich nichts an Chancen. Wichtig dabei, weil hier ein Missverständnis kursiert: Die Reihenfolge, in der du deine Bewerbungen priorisierst, verändert laut hochschulstart.de deine Zulassungschance an der einzelnen Uni nicht – sie entscheidet nur, welches von mehreren gleichzeitig möglichen Angeboten dir am Ende zugeteilt wird. Sortiere also ruhig nach echter Präferenz statt nach vermuteten Chancen, und schau dir trotzdem an, wo deine Kombination aus Note, Testergebnis und Ausbildung am besten passt: Standortvergleich.
5. Die Bewerbung fehlerfrei und fristgerecht einreichen
Ein simpler, aber unterschätzter Hebel: keine Fristen verpassen und die Unterlagen früh genug auf den Postweg bringen, denn eingereicht wird bei hochschulstart.de per Post, nicht per Upload. Eine vollständige Übersicht findest du in der Checkliste zu Fristen und Bewerbung, den kompletten Ablauf erklärt der Ratgeber Bewerbung über hochschulstart.de.
6. Besondere persönliche Umstände prüfen
Bei einer begründeten, außergewöhnlichen persönlichen Notlage lohnt sich ein Blick auf den Härtefallantrag – er ist allerdings an sehr enge Voraussetzungen geknüpft. Details dazu im Ratgeber Der Härtefallantrag.
7. Nachrück- und Losverfahren im Blick behalten
Auch nach einer ersten Absage lohnt sich Geduld: Über das koordinierte Nachrückverfahren und in seltenen Fällen ein Losverfahren an einzelnen Standorten werden noch Plätze vergeben. Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber Losverfahren & Nachrückverfahren.
Wie du die Hebel für dich kombinierst
Die sieben Hebel wirken am stärksten in Kombination, nicht isoliert. Wer beispielsweise eine solide, aber nicht überragende Abiturnote hat, kann mit einem guten TMS-Ergebnis und einer TFA-Ausbildung seine Gesamtchancen deutlich steigern, auch ohne Einser-Schnitt. Am wichtigsten ist, dass du dir schon vor der eigentlichen Bewerbung einen ehrlichen Überblick über deine Stärken verschaffst: Wo stehst du bei der Note, hast du Interesse und Zeit für einen Test oder eine Ausbildung, und wie flexibel bist du bei der Wahl des Studienorts? Aus dieser Bestandsaufnahme ergibt sich meist von selbst, welche der sieben Hebel für dich am meisten bringen.
Was diese Hebel nicht ersetzen können
So hilfreich diese sieben Punkte sind: Keiner davon garantiert einen Platz, und keiner umgeht den NC. Bleibt der Erfolg trotz aller Bemühungen aus, kannst du ergänzend eine Studienplatzklage prüfen oder dich mit dem Studium im europäischen Ausland als Alternative beschäftigen. Mehr dazu im Ratgeber Tiermedizin im Ausland studieren.
Fazit
Die eigenen Zulassungschancen lassen sich mit den richtigen Hebeln durchaus aktiv verbessern, vom TMS über die TFA-Ausbildung bis zur fristgerechten, vollständigen Bewerbung. Wer diese Punkte frühzeitig angeht statt erst kurz vor der Bewerbungsfrist, hat spürbar bessere Karten. Zurück zum Gesamtüberblick geht es im Hub-Artikel Tiermedizin studieren in Deutschland.
Konstantin Berger
Tiermedizinstudent (JLU Gießen)
Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.
Alle Artikel von Konstantin →


