Das Wichtigste in Kürze
- Eine abgeschlossene Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten oder zum Tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) wird im Tiermedizin-Auswahlverfahren an mehreren Standorten honoriert.
- Sie kann sowohl in der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ) als auch im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) als schulnotenunabhängiges Kriterium punkten.
- An Standorten wie Gießen, Hannover und München gibt es dafür im AdH konkrete Zusatzpunkte für Berufsausbildung und Berufserfahrung.
- Die genaue Punktzahl und Gewichtung unterscheidet sich zwischen den fünf Hochschulen.
Stand ist Juli 2026, und bei uns im Studium sitzen einige Kommilitoninnen und Kommilitonen, die vor dem Studium erst eine TFA-Ausbildung gemacht haben. Fast alle sagen dasselbe: Der Umweg hat sich für sie doppelt gelohnt, fachlich und beim Auswahlverfahren.
Warum die TFA-Ausbildung überhaupt zählt
Bei Tiermedizin ist eine abgeschlossene, einschlägige Berufsausbildung eines der bundesweit möglichen schulnotenunabhängigen Kriterien, die Hochschulen in ZEQ und AdH berücksichtigen dürfen. Die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten ist dabei die naheliegendste Wahl, weil sie inhaltlich am direktesten mit dem späteren Studium verwandt ist. Wie diese Kriterien insgesamt ins Vergabesystem eingeordnet sind, erklärt der Grundlagenartikel NC Tiermedizin.
TFA in der ZEQ
In der Zusätzlichen Eignungsquote zählt die Abiturnote überhaupt nicht: Hier geht es ausschließlich um schulnotenunabhängige Kriterien. Eine abgeschlossene TFA-Ausbildung ist genau so ein Kriterium und kann dir hier, je nach Gewichtung der jeweiligen Hochschule, einen direkten Vorteil verschaffen. Mehr zur ZEQ insgesamt liest du im Ratgeber ZEQ: Zusätzliche Eignungsquote.
TFA im AdH
Auch im Auswahlverfahren der Hochschulen taucht die Berufsausbildung als eigener Punktebereich auf. Nach unserer Recherche (Stand Juli 2026) vergeben mehrere Standorte, darunter Gießen, Hannover und München, im AdH separate Punkte für eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung, teils zusätzlich noch einmal Punkte für nachgewiesene Berufserfahrung. Wie genau Note, Testergebnis und Berufsausbildung an den einzelnen Standorten gegeneinander gewichtet werden, findest du im Ratgeber AdH: Auswahlverfahren der 5 Hochschulen im Detail. Für die exakten, aktuellen Punktzahlen gilt aber immer: zusätzlich auf der jeweiligen Uni-Seite gegenprüfen.
Lohnt sich der Umweg über die TFA-Ausbildung?
Das hängt stark von deiner Ausgangssituation ab. Für alle, die ohnehin eine Wartezeit zwischen Abitur und Studium einplanen oder mit der eigenen Abiturnote im Auswahlverfahren eher im Mittelfeld stehen, kann eine TFA-Ausbildung gleich zwei Dinge bringen: praktische Erfahrung im tierärztlichen Alltag, die im Studium hilft, und zusätzliche Punkte im Auswahlverfahren. Bei einer sehr guten Abiturnote dagegen ist der Zusatzaufwand einer kompletten Ausbildung meist nicht nötig, um einen Platz zu bekommen.
Andere Wege, Chancen zu verbessern
Die TFA-Ausbildung ist ein Hebel unter mehreren. Einen Überblick über weitere Möglichkeiten, die eigenen Chancen zu erhöhen, findest du im Ratgeber Zulassungschancen verbessern. Und wer sich fragt, wie Studieninteressierte allgemein am besten durch das gesamte Bewerbungsverfahren kommen, startet am besten beim Ratgeber Bewerbung über hochschulstart.de.
Zeitlicher Aufwand realistisch einplanen
Eine TFA-Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Das ist eine Investition, die gut überlegt sein will, bevor du dich dafür entscheidest. Wichtig zu wissen: Die Ausbildung ersetzt weder die Hochschulzugangsberechtigung, noch garantiert sie automatisch einen Studienplatz, sondern ist ein zusätzlicher Baustein neben Abitur und gegebenenfalls Testergebnis. Ziehst du die Ausbildung ohnehin aus inhaltlichem Interesse in Erwägung, gewinnst du also gleich doppelt: praktische Erfahrung im tierärztlichen Alltag, die dir auch persönlich hilft einzuschätzen, ob der Beruf wirklich zu dir passt, und zusätzliche Punkte im Auswahlverfahren, falls die Abiturnote allein nicht reicht.
Ein Muss ist die TFA-Ausbildung nicht, um Tiermedizin zu studieren, aber sie kann ein echter Vorteil sein, gerade wenn die Abiturnote allein nicht für die Abiturbestenquote reicht. Wer sich frühzeitig für diesen Weg entscheidet, verschafft sich zusätzliche Chancen in ZEQ und AdH und geht mit praktischer Vorerfahrung ins Studium. Den Gesamtüberblick über das Bewerbungsverfahren findest du im Hub-Artikel Tiermedizin studieren in Deutschland.
Konstantin Berger
Tiermedizinstudent (JLU Gießen)
Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.
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