Das Wichtigste in Kürze
- Die Abiturbestenquote (ABQ) vergibt 30 % aller Tiermedizin-Studienplätze allein nach der Abiturnote.
- Verglichen wird zunächst nur innerhalb des eigenen Bundeslands. Daraus entstehen 16 Landeslisten, die anschließend zu einer Bundesliste zusammengeführt werden.
- Deshalb kann derselbe Notenschnitt in einem Bundesland reichen und im anderen nicht.
- Auch wer nicht ganz oben in der Landesliste steht, hat über ZEQ und AdH trotzdem realistische Chancen.
Für viele ist die Abiturbestenquote das, was sie unter „dem NC“ verstehen. Dabei ist sie nur eine von drei Quoten, über die Tiermedizin-Studienplätze in Deutschland vergeben werden (Stand: Juli 2026).
Wie die Abiturbestenquote funktioniert
In der Abiturbestenquote zählt ausschließlich deine Punktzahl in der Hochschulzugangsberechtigung, bei den meisten also die Abiturnote in Form der erreichten Punkte. Andere Kriterien wie Wartezeit, Berufsausbildung oder Testergebnisse spielen hier keine Rolle. Wie diese Quote sich zu den anderen beiden Vergabewegen verhält, erkläre ich im Grundlagen-Artikel NC Tiermedizin.
Warum es 16 Landeslisten gibt
Ein Detail, das viele überrascht: Deine Abiturnote wird zunächst nicht bundesweit verglichen, sondern nur mit den Bewerberinnen und Bewerbern aus demselben Bundesland. Der Hintergrund ist, dass die Notenvergabe zwischen den Bundesländern nicht exakt vergleichbar ist. Ein Einser-Schnitt ist je nach Bundesland unterschiedlich schwer zu erreichen. Deshalb bildet hochschulstart.de zunächst 16 Landeslisten und führt sie anschließend über ein Punktesystem zu einer bundesweiten Rangliste zusammen. Das erklärt, warum du in Zeitungsartikeln oder Foren teils sehr unterschiedliche NC-Werte je Bundesland liest. Beide Angaben können gleichzeitig „richtig“ sein.
Was das für deine Bewerbung bedeutet
Praktisch heißt das: Deine Chancen in der Abiturbestenquote hängen nicht nur von deiner absoluten Note ab, sondern auch davon, wie viele sehr gute Abiturientinnen und Abiturienten es in deinem Bundesland und Jahrgang gibt. Das kannst du selbst nicht beeinflussen. Wie du dich zusätzlich über die anderen beiden Quoten aufstellst, dagegen schon. Über die Zusätzliche Eignungsquote/ZEQ zählen andere Kriterien, über das Auswahlverfahren der Hochschulen/AdH kannst du mit Testergebnis oder Berufsausbildung zusätzlich punkten.
Größenordnung der Werte
Die Abiturbestenquote für Tiermedizin bewegt sich in den vergangenen Jahren größenordnungsmäßig zwischen etwa 1,0 und 1,4, je nach Bundesland, Standort und Bewerbungsjahr. Das ist eine grobe Einordnung und kein exakter aktueller Wert, denn die tatsächlichen Grenzen schwanken von Semester zu Semester. Für die verlässlichsten aktuellen Zahlen lohnt sich immer der Blick auf die Auswahlgrenzen-Veröffentlichungen von hochschulstart.de selbst.
Wenn die Abiturnote allein nicht reicht
Die gute Nachricht: 70 % der Plätze werden gerade nicht allein über die Abiturnote vergeben. Eine abgeschlossene Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte oder Tiermedizinischer Fachangestellter etwa bringt an mehreren Standorten zusätzliche Punkte im AdH. Mehr dazu im Ratgeber TFA-Ausbildung: Der Bonus im Auswahlverfahren. Wer seine Chancen systematisch verbessern will, findet konkrete Ansatzpunkte im Ratgeber Zulassungschancen verbessern.
Was du selbst nicht beeinflussen kannst, und was doch
Ein Punkt, der mir persönlich lange schwerfiel zu akzeptieren: An deiner Abiturnote selbst kannst du nach der Schulzeit nichts mehr ändern, und auch die Zahl der Mitbewerberinnen und Mitbewerber in deinem Bundesland liegt außerhalb deines Einflusses. Beeinflussen kannst du dagegen, wie du dich für die beiden anderen Quoten aufstellst und wie realistisch du deine Chancen in der Abiturbestenquote überhaupt einschätzt, bevor du deine ganze Bewerbungsstrategie darauf aufbaust. Merkst du, dass die eigene Note für die Abiturbestenquote eher knapp wird, solltest du frühzeitig ZEQ und AdH als gleichwertige, nicht als nachrangige Wege betrachten.
Was am Ende zählt
Die Abiturbestenquote ist die bekannteste, aber eben nur eine von drei Vergabewegen für Tiermedizin-Studienplätze. Wer versteht, dass hier zunächst nur innerhalb des eigenen Bundeslands verglichen wird und danach eine Bundesliste entsteht, kann die eigenen Chancen realistischer einschätzen. Und weiß gleichzeitig, dass ZEQ und AdH parallel weitere Türen öffnen. Den Gesamtüberblick über alle drei Quoten findest du im Hub-Artikel Tiermedizin studieren in Deutschland.
Konstantin Berger
Tiermedizinstudent (JLU Gießen)
Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.
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