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Tiermedizin in Deutschland

Losverfahren & Nachrückverfahren Tiermedizin

Porträt von Konstantin BergerVon Konstantin Berger3 Min. Lesezeit
Symbolbild Los-Kugeln – Losverfahren und Nachrückverfahren Tiermedizin

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Hauptverfahren bei hochschulstart.de folgt bei freien Plätzen automatisch das koordinierte Nachrückverfahren, in dem bereits registrierte Bewerber auf den Ranglisten nachrücken.
  • Sind danach an einzelnen Standorten immer noch Plätze frei, kann die jeweilige Hochschule zusätzlich ein eigenes Losverfahren durchführen.
  • Am Losverfahren einer Uni kann teilnehmen, wer die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, teils auch ohne vorherige Bewerbung bei hochschulstart.de.
  • Solche Restplätze sind bei Tiermedizin selten und meist nur eine sehr kleine Zahl, weil die Nachfrage die Kapazität deutlich übersteigt.

Realistisch gesagt: Bei Tiermedizin sind Losverfahren die Ausnahme, nicht die Regel. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, wie der Mechanismus funktioniert, falls du in dieser Situation landest (Stand: Juli 2026).

Das koordinierte Nachrückverfahren

Wenn nach den ersten Zulassungsrunden bei hochschulstart.de noch Plätze frei sind, etwa weil zugelassene Bewerberinnen und Bewerber ihren Platz nicht angenommen haben, startet automatisch das koordinierte Nachrückverfahren. Dabei rücken ausschließlich Personen nach, die bereits im Hauptverfahren auf einer Rangliste standen, aber noch keinen Platz erhalten haben. Es geht also nicht um eine neue Bewerbungsrunde, sondern um ein automatisches Weiterrücken auf den bestehenden Listen. Wie die grundlegenden Ranglisten und Quoten zustande kommen, erklärt der Ratgeber NC Tiermedizin.

Wenn danach noch Plätze frei sind: das Losverfahren

Bleiben nach dem Nachrückverfahren an einem Standort tatsächlich noch Studienplätze übrig, kann die betroffene Hochschule ein eigenes Losverfahren durchführen. Das läuft direkt über die Hochschule, nicht über hochschulstart.de. Teilnehmen möchte man, dann muss man in der Regel die Hochschulzugangsberechtigung nachweisen; eine vorherige Bewerbung bei hochschulstart.de ist dafür teils nicht zwingend erforderlich. Wichtig einzuordnen: Weil Tiermedizin bundesweit stark nachgefragt ist und die Kapazitäten der fünf Standorte begrenzt sind, kommt es bei diesem Studiengang deutlich seltener zu Restplätzen als bei weniger nachgefragten Fächern. Und wenn, dann meist nur in sehr kleiner Zahl.

Wo du freie Plätze findest

Ob an einem Standort überhaupt ein Losverfahren stattfindet, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und wird von der jeweiligen Hochschule bekannt gegeben. Es lohnt sich, in den entsprechenden Bewerbungsphasen direkt die Website der Wunsch-Uni sowie einschlägige Portale zu freien Studienplätzen im Blick zu behalten.

Was tun, wenn auch das Losverfahren nicht klappt?

Führen weder Haupt- noch Nachrückverfahren noch ein eventuelles Losverfahren zu einem Platz, gibt es noch weitere Optionen. Manche Bewerberinnen und Bewerber prüfen dann eine Studienplatzklage, andere richten den Blick auf besondere persönliche Umstände über den Härtefallantrag im nächsten Bewerbungsdurchgang, oder sie nutzen die Wartezeit gezielt, etwa über eine TFA-Ausbildung. Mehr dazu im Ratgeber TFA-Ausbildung: Der Bonus im Auswahlverfahren.

Warum du dich nicht allein darauf verlassen solltest

So verlockend die Vorstellung eines Losglücks auch klingt: Bei einem so stark nachgefragten Studiengang wie Tiermedizin solltest du das Losverfahren keinesfalls als festen Bestandteil deiner Bewerbungsstrategie einplanen. Realistischer ist es, deine Energie in die Punkte zu stecken, die du selbst aktiv beeinflussen kannst: eine durchdachte Ortspräferenz, ein gutes Testergebnis oder eine zusätzliche Qualifikation. Das Losverfahren bleibt dann ein möglicher Bonus, auf den du im Zweifel zurückgreifen kannst, aber kein Ersatz für eine solide Bewerbung im Haupt- und Nachrückverfahren.

Wie du dich auf das Nachrückverfahren vorbereitest

Auch wenn du das Nachrückverfahren nicht aktiv beeinflussen kannst, solltest du in dieser Phase erreichbar bleiben. Oft musst du innerhalb kurzer Fristen reagieren, wenn dir ein Platz angeboten wird. Prüfe regelmäßig dein Bewerberkonto bei hochschulstart.de und hinterlege eine E-Mail-Adresse, die du auch während der Ferienzeit im Sommer zuverlässig abrufst, da die entscheidenden Phasen meist in genau diese Zeit fallen.

Zusammengefasst

Nachrück- und Losverfahren sind das letzte Sicherheitsnetz im Vergabesystem, nicht der reguläre Weg zum Studienplatz. Wer sie kennt, weiß aber zumindest, dass ein „Nein“ im Hauptverfahren nicht zwingend das letzte Wort ist. Alle Fristen rund um Haupt- und Nachrückverfahren findest du gebündelt in der Checkliste zu Fristen und Bewerbung. Zurück zum Gesamtüberblick geht es im Hub-Artikel Tiermedizin studieren in Deutschland.

Porträt von Konstantin Berger
Über die Autorin/den Autor

Konstantin Berger

Tiermedizinstudent (JLU Gießen)

Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.

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