Das Wichtigste in Kürze
- Tiermedizin kannst du in Deutschland an fünf Standorten studieren: FU Berlin, JLU Gießen, TiHo Hannover, Uni Leipzig und LMU München.
- Die Standorte unterscheiden sich in Stadtgröße, Campusstruktur und in der genauen Gewichtung der AdH-Kriterien.
- Bei der Bewerbung über hochschulstart.de gibst du alle Standorte in einer Präferenzreihenfolge an. Die beeinflusst laut hochschulstart.de nicht deine Zulassungschance an der einzelnen Uni, sondern nur, welches Angebot du am Ende bekommst – sortiere also nach echter Präferenz.
- Exakte, aktuelle Zahlen zu Studienplätzen und Auswahlgrenzen findest du am zuverlässigsten in den jeweiligen Uni-Profilen und bei hochschulstart.de selbst.
Ich studiere selbst in Gießen, kenne aber genug Leute an den anderen vier Standorten, um dir einen ehrlichen Überblick zu geben, ohne einen Standort schönzureden. Diese Einschätzung ist auf dem Stand von Juli 2026.
Die fünf Standorte im Kurzporträt
FU Berlin liegt mitten in der Hauptstadt. Das bedeutet Großstadtflair, aber auch Großstadtmieten und einen Campus, der über mehrere Standorte verteilt ist. Ausführliches Profil: FU Berlin.
JLU Gießen ist eine klassische mittelgroße Universitätsstadt in Hessen mit langer Tradition in der Tiermedizin und mehreren Lehrkliniken direkt auf dem Campus. Ausführliches Profil: Justus-Liebig-Universität Gießen.
TiHo Hannover ist als eigenständige Tierärztliche Hochschule ganz auf Veterinärmedizin spezialisiert, eingebettet in die niedersächsische Landeshauptstadt. Ausführliches Profil: TiHo Hannover.
Uni Leipzig verbindet die Traditionsuniversität in Sachsen mit vergleichsweise moderaten Lebenshaltungskosten gegenüber den westdeutschen Standorten. Ausführliches Profil: Universität Leipzig.
LMU München liegt in einer der teuersten Studienstädte Deutschlands, bringt dafür aber auch ein sehr großes universitäres Umfeld mit. Ausführliches Profil: LMU München.
Unterschiede im Auswahlverfahren
Die drei Quoten (Abiturbestenquote, ZEQ und AdH) sind bundesweit zwar einheitlich strukturiert, trotzdem unterscheidet sich die genaue Gewichtung innerhalb des AdH von Standort zu Standort. An manchen Unis zählt die Abiturnote stärker, an anderen fällt das TMS-Ergebnis oder die Berufsausbildung stärker ins Gewicht. Eine ausführliche Übersicht der Kriterien je Standort findest du im Ratgeber AdH: Auswahlverfahren der 5 Hochschulen im Detail. Konkret bedeutet das: Es lohnt sich, die eigenen Stärken, sei es die Note, das Testergebnis oder die Berufsausbildung, mit dem Standort abzugleichen, an dem genau dieses Kriterium am stärksten zählt.
Studienplätze und Auswahlgrenzen
Die Anzahl der Studienplätze und die Auswahlgrenzen unterscheiden sich zwischen den Standorten und schwanken zudem von Jahr zu Jahr. Für belastbare, aktuelle Zahlen empfehle ich dir die jeweiligen Uni-Profile auf diesem Portal sowie die offiziellen Veröffentlichungen von hochschulstart.de. Bundesweit stehen über alle fünf Standorte zusammen ungefähr 1.000 bis 1.100 Studienplätze pro Jahr zur Verfügung. Mehr dazu im Grundlagenartikel NC Tiermedizin.
Wie du deine Präferenzreihenfolge klug setzt
Bei der Bewerbung gibst du alle fünf Standorte in einer Rangfolge an. Ein häufiger Fehler: die Wunschstadt ganz nach oben zu setzen, obwohl die eigenen Chancen dort objektiv am schlechtesten stehen. Sinnvoller ist es, realistisch abzuwägen, wo die eigene Kombination aus Note, Testergebnis und Ausbildung am ehesten reicht, und diesen Standort dann weiter oben zu platzieren, selbst wenn er beim Stadtgefühl nicht die erste Wahl ist. Den kompletten Bewerbungsablauf erklärt der Ratgeber Bewerbung über hochschulstart.de.
Lebenshaltungskosten als weiterer Faktor
Neben dem Auswahlverfahren solltest du auch die Lebenshaltungskosten am jeweiligen Standort nicht unterschätzen. München gilt bundesweit als eine der teuersten Studienstädte, während Leipzig und Gießen im Vergleich meist deutlich günstiger sind. Gerade weil das Tiermedizinstudium mit elf Semestern relativ lang ist, summieren sich Unterschiede bei Miete und Alltagskosten über die Jahre spürbar. Wer seine Finanzierung von Anfang an realistisch plant, sollte diesen Punkt bei der Standortwahl mit einkalkulieren, ganz unabhängig davon, wie gut die eigenen Chancen im Auswahlverfahren gerade stehen.
Fazit
Keiner der fünf Standorte ist objektiv „der beste“. Sie passen unterschiedlich gut, je nachdem, was dir wichtiger ist: Großstadt oder überschaubare Unistadt, spezialisierte Tierärztliche Hochschule oder klassischer Fachbereich an einer Volluniversität. Kennst du die Unterschiede im Auswahlverfahren und im Campusalltag, kannst du deine Präferenzreihenfolge deutlich strategischer setzen. Zurück zum Gesamtüberblick geht es im Hub-Artikel Tiermedizin studieren in Deutschland.
Konstantin Berger
Tiermedizinstudent (JLU Gießen)
Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.
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