Das Wichtigste in Kürze
- Alle fünf deutschen Tiermedizin-Standorte richten sich nach demselben gesetzlichen Rahmen, der TAppV.
- Die grobe Struktur – Vorphysikum, Physikum, klinischer Abschnitt, Staatsexamen – ist überall vergleichbar.
- Details wie die Reihenfolge einzelner Module, Prüfungsformen oder die konkrete Ausgestaltung von Praktika können sich von Standort zu Standort unterscheiden.
- Für die Wahl des Studienortes zählen oft eher Faktoren wie Stadt, Umfeld oder persönliches Gefühl als große inhaltliche Unterschiede.
Ich kenne den Studienplan aus eigener Erfahrung nur für Gießen. Für die anderen vier Standorte kann ich nur einordnen, was strukturell für alle gleich vorgegeben ist. Details zu den einzelnen Studienordnungen findest du am zuverlässigsten direkt bei den jeweiligen Fakultäten. Stand: Juli 2026.
Der gemeinsame gesetzliche Rahmen
In Deutschland gibt es fünf Standorte, an denen du Tiermedizin studieren kannst: die FU Berlin, die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Tierärztliche Hochschule Hannover, die Universität Leipzig und die LMU München. So unterschiedlich diese fünf Städte und Hochschulen auch sind, rechtlich läuft an allen fünf Standorten dasselbe Studium ab. Grundlage ist die TAppV, die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten. Sie legt bundesweit fest, wie das Studium aufgebaut sein muss: eine Regelstudienzeit von fünf Jahren und sechs Monaten, ein theoretischer Teil mit maximal 3.850 Stunden, ein praktischer Teil mit 1.170 Stunden und drei große Prüfungsabschnitte, nämlich der naturwissenschaftliche Abschnitt, der anatomisch-physiologische Abschnitt und die Tierärztliche Prüfung am Ende. Egal wo du studierst, der große Rahmen bleibt also identisch.
Wo die Studienpläne sich grundsätzlich ähneln
Weil alle fünf Fakultäten an dieselbe TAppV gebunden sind, ähneln sich auch die groben Etappen des Studienablaufs sehr. Am Anfang stehen überall die naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer, danach folgen Anatomie, Physiologie und die weiteren Fächer bis zum Physikum, und am Ende jedes Studiengangs steht die staatliche Tierärztliche Prüfung mit ihren laut TAppV 20 Prüfungsfächern. Auch die Pflichtpraktika sind an allen Standorten im Kern gleich vorgeschrieben. Ob du zwischen Standorten wechselst oder dich vorher informierst: Die inhaltlichen Meilensteine sind überall grundsätzlich vergleichbar.
Wo es Unterschiede geben kann
Trotz des gemeinsamen Rahmens legt jede Fakultät ihre eigene Studien- und Prüfungsordnung fest, und genau hier können sich Unterschiede im Detail ergeben. Das betrifft zum Beispiel die Reihenfolge, in der einzelne Module innerhalb eines Studienabschnitts gelehrt werden, die konkrete Prüfungsform in einzelnen Fächern – mündlich, schriftlich oder praktisch – oder auch die Betreuungsdichte in Praktika und Seminaren, die je nach Standort und Semestergröße unterschiedlich ausfallen kann. Ich möchte hier bewusst keine konkreten Detailunterschiede zwischen einzelnen Unis behaupten, die ich nicht aus eigener Erfahrung oder verlässlicher Quelle kenne, denn Studien- und Prüfungsordnungen wechseln dafür zu häufig. Wenn dir Details zu einem bestimmten Standort wichtig sind, lohnt sich immer der Blick in die aktuelle Studienordnung der jeweiligen Fakultät.
Was das für deine Studienortwahl bedeutet
Weil die grobe Struktur überall ähnlich ist, würde ich die Wahl des Studienortes nicht in erster Linie am Curriculum festmachen. Wichtiger sind für die meisten Faktoren wie die Stadt selbst, die Nähe zu Familie oder Freunden, das studentische Leben, die Größe der Fakultät oder auch, wie die Zulassung über den Numerus Clausus an den einzelnen Standorten ausfällt. Ich habe mich seinerzeit für Gießen entschieden, unter anderem wegen der überschaubaren Stadtgröße und der Nähe zur Fakultät im Alltag. Das bleibt aber eine sehr persönliche Entscheidung, die jeder für sich treffen muss.
Fazit
Die fünf deutschen Tiermedizin-Standorte unterscheiden sich weniger darin, was am Ende geprüft wird, sondern eher darin, wie der Weg dorthin im Detail organisiert ist. Der gesetzliche Rahmen der TAppV sorgt dafür, dass du überall auf dasselbe Staatsexamen hinarbeitest. Details zur Reihenfolge einzelner Module oder zu Prüfungsformen solltest du trotzdem immer direkt bei der jeweiligen Fakultät nachschauen, statt dich auf vermeintliches Insiderwissen zu verlassen.
Konstantin Berger
Tiermedizinstudent (JLU Gießen)
Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.
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