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Tiermedizin im Ausland

Tiermedizin in der Schweiz: Vetsuisse Zürich/Bern

Porträt von Konstantin BergerVon Konstantin Berger3 Min. Lesezeit
Stadtansicht Schweiz (Vetsuisse-Standort) – Tiermedizinstudium an der Vetsuisse-Fakultät

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vetsuisse-Fakultät mit den Standorten Zürich und Bern ist die einzige Ausbildungsstätte für Tiermedizin in der Schweiz und bietet gemeinsam rund 90 Studienplätze pro Jahr.
  • Zulassungsvoraussetzung ist der Eignungstest für das Medizinstudium (EMS), derselbe Test wie für Human- und Zahnmedizin in der Schweiz.
  • Ausländische Bewerber:innen werden laut Universität nur zugelassen, wenn sie selbst oder ihre Eltern bereits mehrere Jahre in der Schweiz gelebt haben. Ein regulärer Zugang für Deutsche ohne Schweizer Wohnsitz ist damit faktisch kaum realistisch (Stand: Juli 2026).
  • Die Uni-Profile entstehen parallel unter /universitaeten/vetsuisse-zuerich/ und /universitaeten/vetsuisse-bern/.

Stand: Juli 2026. Ich nehme diesen Standort bewusst mit auf, weil er in der Realität für die allermeisten deutschen Bewerber:innen keine Option ist. Das solltest du wissen, bevor du Zeit in die Vorbereitung steckst.

Die Universität

Die Vetsuisse-Fakultät ist eine gemeinsame Einrichtung der Universitäten Zürich und Bern und die einzige Ausbildungsstätte für Veterinärmedizin in der Schweiz. Das Studium ist als 5,5-jähriges Programm organisiert: sechs Bachelor-Semester, gefolgt von fünf Master-Semestern. Bewerber:innen können bei der Anmeldung eine Präferenz für einen der beiden Standorte angeben, eine Garantie auf den Wunschstandort gibt es jedoch nicht.

Der EMS-Test und der Numerus clausus

Weil die Zahl der Bewerbungen die verfügbaren Plätze regelmäßig deutlich übersteigt, ist der Zugang über den Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) geregelt. Das ist derselbe Test, der auch für Human- und Zahnmedizin in der Schweiz eingesetzt wird. Die Registrierung für den Test läuft jährlich bis zum 15. Februar über swissuniversities, der Test selbst findet im Sommer statt. Insgesamt stehen an der Vetsuisse-Fakultät rund 90 Studienplätze pro Jahr zur Verfügung. Einen Vergleich mit den Testformaten anderer Standorte liefert der Artikel Die Aufnahmetests im Überblick.

Warum der Zugang für Deutsche kaum realistisch ist

Der entscheidende Punkt, den viele erst spät erfahren: Laut Universität werden ausländische Bewerber:innen nur zum Studium zugelassen, wenn sie selbst oder ihre Eltern bereits seit mehreren Jahren in der Schweiz wohnhaft sind. Ein Studienstart direkt aus Deutschland, ohne bestehenden Wohnsitz oder familiäre Bindung in die Schweiz, ist damit in der Praxis nicht vorgesehen. Hinzu kommt die Sprachanforderung: Gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung, eigene Deutschkurse bietet die Fakultät nicht an. Für die überwiegende Mehrheit deutscher Abiturient:innen ohne Schweiz-Bezug bedeutet das: Die Schweiz fällt als realistischer Studienort im Regelfall aus, anders als etwa Wien oder die mittel- und osteuropäischen Standorte, die ganz gezielt internationale Studierende aufnehmen.

Was das Studium kostet – falls der Zugang besteht

Für die wenigen Bewerber:innen, die die Wohnsitz-Voraussetzung erfüllen, sind die Semestergebühren an Schweizer Universitäten im internationalen Vergleich niedrig und liegen deutlich unter den Studiengebühren der mittel- und osteuropäischen Partneruniversitäten. Dem stehen allerdings die im europäischen Vergleich sehr hohen Lebenshaltungskosten in Zürich und Bern gegenüber, die diesen Vorteil größtenteils wieder aufheben. Einen Überblick über realistischere Kostenmodelle liefert der Artikel Kosten des Auslandsstudiums im Vergleich.

Alternative Wege in die Schweiz

Wer trotzdem langfristig in der Schweiz als Tierarzt oder Tierärztin arbeiten möchte, muss nicht zwingend dort studieren: Ein im EU-Ausland erworbener Abschluss wird über die Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU grundsätzlich ebenfalls anerkannt, sodass ein Studium etwa in Budapest oder Wien mit anschließendem Berufseinstieg in der Schweiz ein realistischerer Weg sein kann als der direkte Studienplatz an der Vetsuisse-Fakultät. Wer sich unsicher ist, welcher Standort insgesamt am besten passt, findet einen strukturierten Einstieg im Artikel Die Aufnahmetests im Überblick.

Was das für dich bedeutet

Für die meisten deutschen Studieninteressierten bleibt die Schweiz ein theoretischer Studienort: fachlich exzellent, aber ohne bestehenden Wohnsitzbezug faktisch nicht erreichbar. Wer ernsthaft Interesse hat, sollte frühzeitig direkt bei der Vetsuisse-Fakultät klären, ob die persönliche Situation die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt. Für alle anderen lohnt sich der Blick auf die etablierten europäischen Partneruniversitäten im Hub-Artikel.

Porträt von Konstantin Berger
Über die Autorin/den Autor

Konstantin Berger

Tiermedizinstudent (JLU Gießen)

Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.

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