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Tiermedizin im Ausland

Tiermedizin in Wien: Vetmeduni & Aufnahmetest

Porträt von Konstantin BergerVon Konstantin Berger3 Min. Lesezeit
Stadtansicht von Wien – Tiermedizinstudium an der Vetmeduni

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vetmeduni Wien nutzt einen eigenen Aufnahmetest speziell fürs Diplomstudium Veterinärmedizin und nicht den bekannten MedAT der medizinischen Universitäten.
  • Auf rund 1.300 Testteilnehmer:innen kommen jährlich etwa 223 Studienplätze (Stand: Juli 2026).
  • EU-/EWR-Bürger:innen zahlen innerhalb der Regelstudienzeit plus zwei Semester keine Studiengebühr, sondern nur den ÖH-Beitrag von aktuell 25,20 Euro pro Semester.
  • Das Uni-Profil zur Vetmeduni Wien entsteht parallel unter /universitaeten/vetmeduni-wien/.

Stand: Juli 2026. Wien ist unter deutschen Bewerber:innen ein Sonderfall: kaum Studiengebühren, dafür ein hart umkämpfter eigener Aufnahmetest.

Die Universität

Die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) ist die einzige veterinärmedizinische Fakultät Österreichs und eine eigenständige Universität, kein Fachbereich einer größeren Hochschule. Sie gehört zu den größten und am besten ausgestatteten tiermedizinischen Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum, mit eigenen Universitätskliniken für Klein-, Groß- und Heimtiere sowie einem eigenen Lehr- und Forschungsgut.

Was das Studium kostet

Für österreichische Studierende sowie EU-/EWR-Bürger:innen fällt innerhalb der Mindeststudiendauer von 12 Semestern zuzüglich zwei weiterer Semester keine Studiengebühr an. Zu zahlen ist lediglich der ÖH-Beitrag (Beitrag zur Österreichischen Hochschülerschaft) von aktuell 25,20 Euro pro Semester (Stand SS 2026). Damit ist Wien mit Abstand der günstigste Standort unter allen in diesem Portal behandelten Universitäten. Siehe dazu Kosten des Auslandsstudiums im Vergleich. Wer die Regelstudienzeit deutlich überschreitet, muss allerdings mit regulären Studiengebühren rechnen.

Aufnahme und Ablauf: kein MedAT

Wichtig für alle, die den Aufnahmetest für Humanmedizin (MedAT) kennen: Für Veterinärmedizin gilt ein eigenständiges Verfahren, nicht der MedAT. Der vetmed-Eignungstest dauert rund 180 Minuten und prüft in mehreren Themenblöcken mit rund 80 Fragen im Best-Answer-Format naturwissenschaftliches Grundlagenwissen. Die Konkurrenz ist beträchtlich: Jährlich melden sich rund 1.300 Personen für etwa 223 Studienplätze an – eine Erfolgsquote von grob 17 Prozent. Die Online-Voranmeldung läuft üblicherweise von März bis Mitte Mai, verbunden mit einem Kostenbeitrag von 60 Euro; der Testtermin selbst liegt im Juli. Einen Vergleich mit den Verfahren anderer Standorte findest du im Artikel Die Aufnahmetests im Überblick. Die Mindeststudiendauer beträgt 12 Semester.

Stadt und Alltag

Wien ist für deutsche Studierende sprachlich und kulturell der wohl unkomplizierteste Auslandsstandort: keine Sprachbarriere, gute Zuganbindung, dazu eine der lebenswertesten Großstädte Europas mit großem kulturellem Angebot. Die Lebenshaltungskosten liegen allerdings über denen der meisten mittel- und osteuropäischen Standorte in diesem Vergleich.

Vorbereitung auf den Aufnahmetest

Weil der vetmed-Eignungstest inhaltlich unabhängig vom MedAT konzipiert ist, solltest du dich nicht auf MedAT-Vorbereitungsmaterial verlassen, sondern gezielt mit dem offiziellen Prüfungsstoff und Skriptum der Vetmeduni arbeiten, das die Universität zur Vorbereitung veröffentlicht. Viele Bewerber:innen nutzen zusätzlich kommerzielle Vorbereitungskurse, die sich speziell auf das Wiener Format spezialisiert haben. Angesichts der niedrigen Erfolgsquote lohnt sich eine frühzeitige, strukturierte Vorbereitung über mehrere Monate deutlich mehr als ein kurzfristiges Pauken in den letzten Wochen vor dem Testtermin im Juli.

Studienaufbau nach der Zulassung

Nach bestandenem Aufnahmetest beginnt das Diplomstudium mit einem breiten naturwissenschaftlichen Grundlagenabschnitt, bevor sich der Fokus zunehmend auf klinische Fächer verschiebt. Die Universitätskliniken der Vetmeduni zählen zu den größten im deutschsprachigen Raum und bieten entsprechend vielfältige Rotationsmöglichkeiten in der praktischen Ausbildung, von Kleintiermedizin über Pferdemedizin bis zur Nutztierklinik.

Für wen sich Wien eignet

Wien passt zu allen, die finanziell auf niedrige Studiengebühren angewiesen sind und bereit sind, sich intensiv auf einen anspruchsvollen, kompetitiven Aufnahmetest vorzubereiten. Wer sprachliche Umstellung möglichst vermeiden und trotzdem im europäischen Ausland studieren möchte, findet in Wien den unkompliziertesten Übergang. Für alle, die bereits Erfahrung mit Aufnahmetests aus der Bewerbung um einen deutschen Studienplatz mitbringen, ist der strukturierte Vorbereitungsaufwand gut einschätzbar – nur eben mit anderem Prüfungsstoff als beim TMS oder Medizinertest. Wer stattdessen lieber über eine Notenauswahl oder ein Interview ins Studium starten möchte, findet mit Tiermedizin in Zagreb oder Tiermedizin in Nikosia Alternativen mit anderem Zulassungsprofil. Einen Gesamtüberblick über das Auslandsstudium liefert der Hub-Artikel Tiermedizin im Ausland studieren.

Porträt von Konstantin Berger
Über die Autorin/den Autor

Konstantin Berger

Tiermedizinstudent (JLU Gießen)

Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.

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