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Tiermedizin im Ausland

Kosten des Auslandsstudiums im Vergleich

Porträt von Konstantin BergerVon Konstantin Berger3 Min. Lesezeit
Symbolbild Münzen und Europakarte – Kosten des Tiermedizinstudiums im Ausland

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Studiengebühren reichen von gut 9.000 Euro pro Jahr bis über 20.000 Euro pro Jahr in Nikosia. Je nach Standort ist das ein enormer Unterschied.
  • In Wien zahlst du als EU-Bürger innerhalb der Regelstudienzeit keine Studiengebühr, sondern nur den ÖH-Beitrag von aktuell 25,20 Euro pro Semester.
  • Einige Hochschulen erhöhen die Gebühren mit fortschreitendem Studienjahr, andere halten sie über die gesamte Studienzeit konstant.
  • Neben der Studiengebühr entscheiden vor allem die Lebenshaltungskosten am Studienort über die Gesamtbelastung.

Ich vergleiche hier alle Zahlen, die ich für die einzelnen Universitäten recherchiert habe, mit Quelle und Studienjahr, damit du nicht mit veralteten Werten planst (Stand: Juli 2026).

Die Studiengebühren im Überblick

Stadt Land Gebühr pro Jahr Stand / Quelle
Budapest Ungarn 12.480 € Studienjahr 2026/27, laut Universität
Jelgava Lettland 9.600 € laut Universität
Breslau Polen 40.000 PLN (2 × 20.000 PLN/Semester, rund 9.400 €) offiziell geprüft Juli 2026 (Bewerbungsportal UPWr)
Kaunas Litauen 9.200 € (1.–3. Jahr) / 10.700 € (4.–6. Jahr) laut Universität
Tartu Estland 9.800 € Studienjahr 2026/27, laut Universität
Zagreb Kroatien 10.500 € (Einmalzahlung) / 11.000 € (2 Raten) offiziell geprüft Juli 2026, Studienjahr 2026/27
Košice Slowakei 10.000 € (ab Studienjahr 2026/27, vorher 8.500–8.950 €) laut Universität
Nikosia Zypern 21.000 € (mit 10 % Nachlass für Studienstart 2026) laut Universität
Wien Österreich keine Studiengebühr für EU-Bürger, nur ÖH-Beitrag 25,20 €/Semester laut Universität
Zürich/Bern Schweiz reguläre Schweizer Semestergebühren (deutlich niedriger als die o. g. Werte) faktisch kaum zugänglich für Deutsche ohne Wohnsitz

Die genauen Werte je Universität samt Quelle findest du auch in den einzelnen Städte-Guides, etwa zu Tiermedizin in Budapest oder Tiermedizin in Košice.

Warum die Gebühren so unterschiedlich sind

Die Spanne erklärt sich vor allem aus dem jeweiligen Hochschulsystem. Staatliche Universitäten in Mittel- und Osteuropa wie Jelgava, Kaunas oder Tartu kalkulieren ihre Studiengebühren nahe an den tatsächlichen Ausbildungskosten, während private bzw. stärker internationalisierte Standorte wie Nikosia deutlich höhere Preise aufrufen, vergleichbar mit Studiengebühren in UK oder den USA. Österreich und die Schweiz liegen preislich in einer völlig anderen Liga, denn beide Länder finanzieren ihre Hochschulen überwiegend aus Steuermitteln und erheben Studiengebühren für EU-Bürger innerhalb der Regelstudienzeit gar nicht oder nur symbolisch. Der Zugang für Bewerber ohne Inlandsbezug bleibt dort allerdings stark begrenzt.

Steigende Gebühren im Studienverlauf

An mehreren Standorten sind die Gebühren nicht über die gesamte Studienzeit konstant. Košice hat die Gebühr für neu startende Jahrgänge ab dem Studienjahr 2026/27 spürbar angehoben, Kaunas erhöht die Jahresgebühr automatisch ab dem vierten Studienjahr. Wer langfristig plant, sollte deshalb nicht nur den Einstiegspreis, sondern die Gesamtkosten über die komplette Regelstudienzeit von in der Regel elf bis zwölf Semestern kalkulieren.

Was zur Studiengebühr noch dazukommt

Neben der reinen Studiengebühr fallen an fast allen Standorten weitere Posten an: Bewerbungs- und Aufnahmetestgebühren (oft 50 bis 250 Euro), Registrierungsgebühren sowie teils eine nicht rückzahlbare Kaution bei der Immatrikulation. Hinzu kommen die Lebenshaltungskosten für Miete, Verpflegung und Versicherung. Die liegen in Mittel- und Osteuropa deutlich niedriger als in Westeuropa, in Zypern und der Schweiz dagegen spürbar höher. Wie genau sich die einzelnen Zulassungsverfahren unterscheiden, erfährst du im Artikel Die Aufnahmetests im Überblick.

Wer die Kosten realistisch einplanen will, sollte deshalb nicht mit einer pauschalen Zahl rechnen, sondern Standort für Standort vergleichen. Die Unterschiede zwischen gut 9.000 und über 20.000 Euro pro Jahr sind schließlich erheblich. Ein Blick auf die einzelnen Uni-Profile, etwa Tiermedizin in Jelgava oder Tiermedizin in Zagreb, lohnt sich also, bevor du dich für einen Studienort entscheidest.

Ein oft übersehener Baustein zur Finanzierung dieser Kosten ist Auslands-BAföG, das ein komplettes Studium in der EU oder der Schweiz fördern kann und dabei auch einen eigenen Studiengebührenzuschuss vorsieht. Wie das im Detail funktioniert und warum sich ein Antrag auch lohnen kann, wenn Inlands-BAföG nicht infrage kommt, erklärt der Artikel Auslands-BAföG für Tiermedizin.

Porträt von Konstantin Berger
Über die Autorin/den Autor

Konstantin Berger

Tiermedizinstudent (JLU Gießen)

Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.

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