Das Wichtigste in Kürze
- Budapest ist der einzige Standort unter den großen Partneruniversitäten, an dem du einen Teil des Studiums komplett auf Deutsch absolvieren kannst.
- Die Studiengebühr liegt laut Universität bei 12.480 Euro pro Jahr für Studienanfänger:innen im Studienjahr 2026/27 (Stand: Juli 2026).
- Für Abiturient:innen deutscher, österreichischer und Schweizer Schulen entfällt laut Universität der Aufnahmetest, die Zulassungskommission entscheidet stattdessen anhand der eingereichten Unterlagen.
- Das Uni-Profil zur University of Veterinary Medicine Budapest findest du unter /universitaeten/tiermedizin-budapest/.
Budapest ist für viele deutschsprachige Bewerber:innen die erste Adresse, wenn es um ein Auslandsstudium geht, und das aus gutem Grund (Stand: Juli 2026).
Die Universität
Die University of Veterinary Medicine Budapest zählt zu den traditionsreichsten tiermedizinischen Fakultäten Europas mit einer Lehrgeschichte bis ins späte 18. Jahrhundert. Was sie unter den Partneruniversitäten besonders macht: Die ersten vier vorklinischen Semester werden komplett auf Deutsch unterrichtet. Für alle, die sich sprachlich nicht sofort komplett auf Englisch umstellen wollen, ist das ein entscheidender Vorteil zum Einstieg. Wichtig für die Planung: Der anschließende klinische Studienabschnitt läuft nicht mehr auf Deutsch, sondern auf Englisch oder Ungarisch – wer danach lieber auf Deutsch weiterstudieren möchte, kann alternativ versuchen, für den klinischen Teil nach Deutschland zu wechseln, sofern dort ein Platz frei wird.
Was das Studium kostet
Laut Universität liegt die Studiengebühr für neu beginnende Studierende im Studienjahr 2026/27 bei 12.480 Euro pro Jahr, aufgeteilt in zwei Semesterraten (7.700 Euro im ersten, 4.780 Euro im zweiten Semester). Hinzu kommen eine einmalige Bewerbungsgebühr, eine Prüfungsgebühr für den Aufnahmetest sowie eine Registrierungsgebühr, zusammengerechnet ein niedriger dreistelliger Betrag. Damit gehört Budapest zu den teureren Standorten im Vergleich, siehe Kosten des Auslandsstudiums im Vergleich – dafür bietet die Uni die deutschsprachige Option, eine etablierte Infrastruktur und eigene Lehrkliniken direkt auf dem Campus.
Aufnahme und Ablauf
Für das deutschsprachige Programm entfällt laut Universität der klassische Aufnahmetest für Abiturient:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – die Zulassungskommission entscheidet anhand der eingereichten Unterlagen, bevorzugt werden dabei Bewerber:innen mit naturwissenschaftlichem Hintergrund, praktischer Erfahrung oder einschlägigen Praktika. Wie das Auswahlverfahren an anderen Standorten im Vergleich aussieht, ausführlicher dazu im Artikel Die Aufnahmetests im Überblick. Das Studium selbst dauert regulär elf bis zwölf Semester und ist wie in Deutschland klinisch-praktisch ausgerichtet: Grundlagenfächer zu Beginn, danach ein zunehmend praktischer Abschnitt mit Rotationen in den universitätseigenen Kliniken für Klein- und Großtiere sowie Pferde.
Stadt und Alltag
Budapest ist eine der größten Studentenstädte Mitteleuropas mit einer lebendigen internationalen Community und guter Anbindung nach Deutschland, per Direktflug oder Nachtzug. Die Lebenshaltungskosten liegen spürbar unter westeuropäischem Niveau, was das Gesamtbudget für ein mehrjähriges Studium deutlich entlastet. Die Vorzüge einer Millionenstadt mit kulturellem Angebot schätzen viele Studierende, und Budapest bietet ein Studienumfeld, das sich fachlich und sozial kaum vor deutschen Universitätsstädten verstecken muss.
Bewerbung: Ablauf und Unterlagen
Für die Bewerbung im deutschsprachigen Programm brauchst du mehr als nur Abiturzeugnis und Passkopie: dazu gehören außerdem ein Lebenslauf und ein Motivationsschreiben, ein ärztliches Gesundheitsattest zur Studientauglichkeit sowie, falls vorhanden, Nachweise bereits absolvierter Studienleistungen. Empfehlungsschreiben sind willkommen, aber nicht verpflichtend. Einen zusätzlichen Sprachnachweis brauchst du für den deutschsprachigen Einstieg nicht, da der vorklinische Unterricht auf Deutsch stattfindet. Für den englischsprachigen Zweig ist entsprechend ein Nachweis der Englischkenntnisse gefragt. Die Bewerbungsfrist liegt üblicherweise im Frühjahr. Nach erfolgreicher Zulassung folgt die Zahlung des Sicherungsbeitrags, um den Studienplatz verbindlich zu reservieren. Informierst du dich frühzeitig, solltest du auch gleich die Wohnungssuche angehen: Die Universität bietet Unterstützung bei der Vermittlung von Studierendenwohnheimen an, die Nachfrage unter internationalen Erstsemestern ist allerdings hoch.
Curriculum und Betreuung
Die ersten Studienjahre sind stark theoretisch geprägt. Anatomie, Physiologie und Biochemie bilden das Fundament, ähnlich wie im Vorphysikum an deutschen Fakultäten. Ab der Studienmitte verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend in Richtung Klinik: Rotationen in den universitätseigenen Kliniken für Klein-, Groß- und Pferdemedizin sind fester Bestandteil der letzten Studienjahre. Die vergleichsweise kleinen Gruppengrößen im deutschsprachigen Programm werden von vielen Studierenden als Vorteil gegenüber überfüllten Hörsälen an manchen deutschen Standorten wahrgenommen.
Für wen sich Budapest eignet
Budapest passt zu allen, die den Einstieg ins Studium lieber auf Deutsch als auf Englisch angehen wollen und später bereit sind, für den klinischen Teil auf Englisch oder Ungarisch umzusteigen, sich eine etablierte Uni mit eigenen Lehrkliniken wünschen und bereit sind, dafür eine im Städtevergleich höhere Studiengebühr zu investieren. Bist du dir unsicher, wie der Abschluss später in Deutschland anerkannt wird, findest du die Antworten im Artikel Anerkennung & Approbation: EU-Abschlüsse in Deutschland. Einen Gesamtüberblick über das Auslandsstudium bietet der Hub-Artikel Tiermedizin im Ausland studieren.
Konstantin Berger
Tiermedizinstudent (JLU Gießen)
Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.
Alle Artikel von Konstantin →


