Das Wichtigste in Kürze
- Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) empfahl für 2025 einen Assistenztierarzt-Lohn von CHF 70.183 bis 77.201 im ersten Berufsjahr, ansteigend auf CHF 98.140 bis 107.954 im fünften Berufsjahr.
- Der mittlere Bruttojahreslohn beim Berufsstart lag laut Marktdaten bei rund CHF 95.750, der Durchschnitt über alle Erfahrungsstufen bei rund CHF 111.107.
- Regionale Unterschiede folgen in der Schweiz nicht immer dem erwarteten Stadt-Land-Muster: In ländlichen Kantonen wie Freiburg wurden teils höhere Durchschnittslöhne gemessen als in Basel oder Zürich, vermutlich ein Effekt von Tierärztemangel und kleiner Stichprobe.
- Wegen des höheren Preis- und Lebenshaltungsniveaus lassen sich diese Zahlen nicht direkt mit deutschen Gehältern vergleichen.
Die GST-Lohnempfehlungen decken die ersten fünf Berufsjahre ab und werden jährlich aktualisiert; für Mitglieder liegen im Mitgliederbereich MyGST die jeweils aktuellsten Werte vor (Stand Juli 2026).
Die GST-Lohnempfehlungen als Orientierung
Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) veröffentlicht jährlich Lohnempfehlungen für die ersten fünf Berufsjahre. Das Instrument soll angestellten Tierärztinnen und Tierärzten in Lohnverhandlungen eine Orientierung geben, ähnlich den Gehaltsuntergrenzen des bpt in Deutschland. Für 2025 lagen die Empfehlungen wie folgt:
| Berufsjahr | Empfohlener Bruttojahreslohn (CHF) |
|---|---|
| 1. Jahr | 70.183 – 77.201 |
| 5. Jahr | 98.140 – 107.954 |
Diese Spannen zeigen: Bereits innerhalb der ersten fünf Berufsjahre steigt das empfohlene Gehalt um rund 30 bis 40 Prozent. Die GST weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Empfehlungen handelt, die als Anhaltspunkt für Lohnverhandlungen dienen sollen, nicht um verbindliche Mindestlöhne.
Marktdaten: Durchschnitt und Berufsstart
Unabhängige Lohnvergleichsportale zeigen ein ähnliches Bild: Der mittlere Bruttojahreslohn beim Berufsstart liegt bei rund CHF 95.750, der Durchschnitt über alle Erfahrungsstufen bei rund CHF 111.107. Damit bewegt sich das Schweizer Tierarztgehalt schon beim Einstieg deutlich über dem, was in Deutschland selbst mit mehreren Jahren Berufserfahrung erreichbar ist, allerdings bei spürbar höheren Lebenshaltungskosten in der Schweiz.
Regionale Unterschiede
Anders als in Deutschland, wo Ballungsräume tendenziell höher zahlen, zeigt sich in der Schweiz kein eindeutiges Stadt-Land-Muster. Marktdaten weisen für Basel und Zürich Durchschnittslöhne um rund CHF 90.000 aus, während der ländliche Kanton Freiburg mit rund CHF 136.153 den höchsten gemessenen Durchschnittslohn zeigte. Eine plausible Erklärung ist ein spürbarer Tierärztemangel in bestimmten ländlichen Regionen, der die Löhne dort nach oben treibt. Belastbar quantifizieren lässt sich dieser Effekt mit den verfügbaren Daten allerdings nicht abschließend, zumal solche regionalen Auswertungen oft auf kleineren Stichproben beruhen.
Was der Wechsel in die Schweiz bedeutet
In der Schweiz zu arbeiten setzt in der Regel eine Anerkennung des deutschen Tiermedizin-Abschlusses voraus und gegebenenfalls eine Registrierung bei den zuständigen kantonalen Stellen. Informationen zu den Vetsuisse-Standorten Zürich und Bern für ein Studium direkt in der Schweiz stehen im Ratgeber zum Tiermedizinstudium in der Schweiz. Für bereits approbierte Tierärztinnen und Tierärzte, die einen Wechsel ins Ausland erwägen, lohnt sich der allgemeine Überblick im Ratgeber zum Arbeiten im Ausland.
Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Deutschland
Für Tierärztinnen und Tierärzte aus grenznahen deutschen Regionen kann auch ein Pendlermodell interessant sein: in der Schweiz arbeiten und in Deutschland wohnen, um vom höheren Schweizer Lohnniveau zu profitieren, während die Lebenshaltungskosten am deutschen Wohnort niedriger bleiben. Weil sich die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Besonderheiten des Grenzgängerstatus je nach Kanton und deutschem Wohnort unterscheiden können, lohnt sich hier eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Eine Beratung durch spezialisierte Steuerberatung ist ratsam, bevor man sich auf eine Stelle in der Schweiz bewirbt.
Fazit
Tierärztinnen und Tierärzte verdienen in der Schweiz nominal deutlich mehr als in Deutschland. Die GST-Lohnempfehlungen von rund CHF 70.000 bis über CHF 100.000 in den ersten fünf Berufsjahren liegen klar über vergleichbaren deutschen Werten. Wegen der höheren Lebenshaltungskosten und der unterschiedlichen Kaufkraft lässt sich daraus aber kein direkter Wohlstandsvorteil ableiten, solange die Lebenshaltungskosten am jeweiligen Standort nicht mit eingerechnet werden.
Theresa Vogt
Diplom-Biologin
Theresa ist Diplom-Biologin und hat den Weg in die Tiermedizin einst selbst abgewogen. Heute recherchiert sie für tiermedizinstudium.eu die Zahlen hinter dem Beruf: Gehälter, Weiterbildungswege und die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Alternativen wirklich tragen.
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