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Gehalt

Was verdient ein Tierarzt mit eigener Praxis?

Porträt von Theresa VogtVon Theresa Vogt3 Min. Lesezeit
Symbolbild Euro-Zeichen – Einkommen mit eigener Tierarztpraxis

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit eigener Praxis gibt es kein Fixgehalt: Dein Einkommen ergibt sich aus dem Praxisumsatz abzüglich aller Kosten, inklusive deiner eigenen Arbeitszeit.
  • Tierarztpraxen erwirtschaften laut Branchenauswertungen sehr unterschiedliche Jahresumsätze, häufig zwischen 100.000 und deutlich über 500.000 Euro, abhängig von Größe, Standort und Ausrichtung.
  • Als grobe Faustregel gilt eine Umsatzrendite von rund 20 bis 40 Prozent vor Steuern. Der Rest fließt in Personal, Miete, Ausstattung und laufende Kosten.
  • Die Selbstständigkeit bedeutet mehr Verantwortung und Risiko, eröffnet dafür aber ein Einkommen ohne das Gehaltsdeckel eines Angestelltenverhältnisses.

Konkrete Zahlen variieren stark von Praxis zu Praxis (Stand: Juli 2026); die folgenden Werte zeigen Größenordnungen, keine verbindlichen Beträge.

Warum sich „Gehalt“ bei eigener Praxis anders berechnet

Wer eine eigene Tierarztpraxis führt, bekommt kein Gehalt im klassischen Sinn, sondern erwirtschaftet einen unternehmerischen Gewinn. Der setzt sich zusammen aus dem Praxisumsatz, im Wesentlichen Einnahmen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), abzüglich sämtlicher Betriebskosten: Personal, Miete, medizinische Geräte, Material, Versicherungen, Fortbildung und mehr. Was danach übrig bleibt, ist das persönliche Einkommen der Praxisinhaberin oder des Praxisinhabers, vor Steuern und vor eventuellen Investitionsrücklagen. Wie sich die GOT-Sätze auf den Umsatz auswirken, erklärt der Ratgeber zu GOT und Praxisumsatz.

Größenordnungen: Umsatz, Kosten, Einkommen

Branchenauswertungen zu Tierarztpraxen zeigen eine breite Spanne: Kleinere Einzelpraxen erwirtschaften teils um die 100.000 bis 300.000 Euro Jahresumsatz, größere Gemeinschaftspraxen und Kliniken deutlich mehr, in Einzelfällen bis in den siebenstelligen Bereich. Aus diesem Umsatz muss zunächst das Personal finanziert werden – als betriebswirtschaftliche Faustregel gelten Personalkosten für angestellte Tierärztinnen und Tierärzte von rund einem Viertel des Umsatzes, hinzu kommen die Kosten für tiermedizinische Fachangestellte, Miete und Sachkosten.

Größenordnung Typische Einordnung
Jahresumsatz Einzelpraxis oft 100.000 bis 300.000+ Euro, je nach Größe und Standort
Umsatzrendite vor Steuern grob 20 bis 40 Prozent
Persönliches Einkommen (nach Kosten, vor Steuern) häufig im mittleren bis oberen fünfstelligen Bereich pro Jahr, mit deutlicher Streuung nach oben und unten

Diese Werte sind bewusst als Spannen formuliert: Die tatsächliche Zahl hängt von Praxisgröße, Patientenaufkommen, Region, Spezialisierung und dem eigenen betriebswirtschaftlichen Geschick ab. Für eine belastbare Einschätzung der eigenen Situation lohnt sich der Blick in aktuelle Praxisvergleichsstudien der Standesorganisationen oder eine betriebswirtschaftliche Beratung.

Was das Einkommen zusätzlich beeinflusst

  • Eigentumsverhältnisse: Wer eine bestehende Praxis übernimmt, startet meist mit stabilerem Patientenstamm als bei einer Neugründung. Mehr dazu im Ratgeber zur Praxisübernahme und zur Praxisgründung.
  • Spezialisierung: Fachtierärztliche Zusatzleistungen lassen sich oft mit höheren GOT-Sätzen abrechnen und heben den Umsatz pro Behandlung.
  • Praxisgröße und Personalführung: Je mehr angestellte Tierärztinnen und Tierärzte mitarbeiten, desto größer der potenzielle Gewinn, aber auch der unternehmerische Aufwand.
  • Investitionsstand: Anschaffungen für Diagnostik oder OP-Ausstattung senken kurzfristig das Einkommen, können langfristig aber neue Leistungen und damit Umsatz ermöglichen.

Angestellt oder selbstständig: eine Abwägung

Angestellte Tierärztinnen und Tierärzte haben ein planbares Gehalt ohne unternehmerisches Risiko. Ein Vergleich dazu steht im Ratgeber zum Gehalt als angestellter Tierarzt. Mit eigener Praxis übernimmst du Investitionskosten und Verantwortung für Personal und wirtschaftlichen Erfolg, hast dafür aber auch die Chance auf ein höheres Einkommen als im Angestelltenverhältnis, vorausgesetzt, die Praxis läuft wirtschaftlich gut. Deshalb sammeln viele angehende Praxisinhaberinnen und -inhaber zunächst mehrere Jahre Berufserfahrung, bevor sie den Schritt wagen.

Fazit

Ein pauschales Gehalt für Praxisinhaberinnen und -inhaber gibt es nicht, dafür sind Umsatz, Kostenstruktur und Standort der einzelnen Praxen zu unterschiedlich. Realistisch ist eine Umsatzrendite von etwa 20 bis 40 Prozent, aus der sich je nach Praxisgröße ein Einkommen ergibt, das nach oben deutlich offener ist als im Angestelltenverhältnis, aber auch unternehmerisches Risiko trägt. Wer diesen Schritt plant, sollte sich frühzeitig mit der eigenen Zahlenbasis auseinandersetzen, statt sich auf pauschale Durchschnittswerte zu verlassen.

Porträt von Theresa Vogt
Über die Autorin/den Autor

Theresa Vogt

Diplom-Biologin

Theresa ist Diplom-Biologin und hat den Weg in die Tiermedizin einst selbst abgewogen. Heute recherchiert sie für tiermedizinstudium.eu die Zahlen hinter dem Beruf: Gehälter, Weiterbildungswege und die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Alternativen wirklich tragen.

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