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Studieninhalte

Pflichtpraktika im Tiermedizinstudium: Alle Praktika im Überblick

Porträt von Konstantin BergerVon Konstantin Berger3 Min. Lesezeit
Symbolbild Praktikum – Pflichtpraktika im Tiermedizinstudium

Das Wichtigste in Kürze

  • Der praktische Teil der tierärztlichen Ausbildung umfasst laut TAppV insgesamt 1.170 Stunden, verteilt auf mehrere unterschiedliche Praktika.
  • Dazu gehören das kurative Praktikum, das Schlachthofpraktikum, das landwirtschaftliche Praktikum, das Wahlpraktikum und ein Praktikum im öffentlichen Veterinärwesen.
  • Die Praktika liegen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Studium – manche schon vor dem Physikum, andere erst im klinischen Abschnitt.
  • Wer den Überblick behält, kann seine Praktika sinnvoll über die Semester verteilen, statt sie am Ende zusammenzuballen.

Ich stecke selbst mitten in dieser Planung. Hier bekommst du die Gesamtübersicht, wie ich sie mir für Gießen zurechtgelegt habe. Stand: Juli 2026.

Warum es überhaupt so viele Praktika gibt

Das Tiermedizinstudium ist nicht nur Theorie. Neben den Vorlesungen und Seminaren, die im Ablauf des Tiermedizinstudiums beschrieben sind, schreibt die TAppV einen eigenen praktischen Studienteil vor: insgesamt 1.170 Stunden, die du über verschiedene Praktika verteilt ableisten musst. Der Gedanke dahinter: Du sollst nicht nur wissen, wie Tiermedizin funktioniert, sondern sie in ganz unterschiedlichen Kontexten selbst erlebt haben, in der Praxis, auf dem Schlachthof, in der Landwirtschaft und in der Verwaltung. Genau diese Breite unterscheidet das Studium von einem reinen Theoriestudium und bereitet dich auf die spätere Approbation vor.

Die 1.170 Stunden im Detail

Laut TAppV setzt sich der praktische Teil aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • Landwirtschaftliches Praktikum: 70 Stunden
  • Kuratives Praktikum, 1. Abschnitt: 150 Stunden
  • Kontrolltätigkeiten Lebensmittelbereich: 75 Stunden
  • Schlachttier- und Fleischuntersuchung: 100 Stunden
  • Öffentliches Veterinärwesen: 75 Stunden
  • Weitere kurative Praxis / Wahlpraktikum, 2. Abschnitt: 700 Stunden

Zusammen ergibt das die genannten 1.170 Stunden. Das mit Abstand größte Einzelpaket ist die weitere kurative Praxis im zweiten Abschnitt mit 700 Stunden. Hier hast du auch die meiste Wahlfreiheit, wo du diese Zeit verbringst.

Das kurative Praktikum

Das kurative Praktikum ist in zwei Abschnitte geteilt: 150 Stunden im ersten Abschnitt, die frühestens nach bestandenem Physikum beginnen dürfen, und 700 Stunden im zweiten Abschnitt, die du in kurativer Praxis, in einer Tierklinik oder einer Kombination aus mehreren solcher Einrichtungen ableistest. Details dazu, wie diese beiden Abschnitte konkret ablaufen und was du dort machst, findest du im Artikel zum kurativen Praktikum.

Das Schlachthofpraktikum

Beim Schlachthofpraktikum geht es um zwei Bereiche: 75 Stunden Kontrolltätigkeiten im Lebensmittelbereich und 100 Stunden Schlachttier- und Fleischuntersuchung, jeweils in dafür zugelassenen Betrieben. Für viele ist das der Teil des Studiums, vor dem am meisten Respekt besteht – wie sich das anfühlt und worauf es ankommt, liest du im Artikel zum Schlachthofpraktikum.

Das landwirtschaftliche Praktikum

Anders als die übrigen Praktika ist das landwirtschaftliche Praktikum keine Voraussetzung für die Zulassung zur Tierärztlichen Prüfung, sondern für die Zulassung zum Physikum, du musst es also vergleichsweise früh im Studium erledigen. 70 Stunden in mindestens zwei Wochen auf einem landwirtschaftlichen Lehrgut der Universität sind laut TAppV der Standardweg, es gibt aber Alternativen. Mehr dazu im Artikel zum landwirtschaftlichen Praktikum.

Wahlpraktikum und öffentliches Veterinärwesen

Das Wahlpraktikum ist Teil der 700 Stunden aus dem zweiten Abschnitt der kurativen Praxis und kann an ganz unterschiedlichen Einrichtungen absolviert werden, von universitären Forschungsinstituten über Veterinärämter bis zur Pharma- oder Lebensmittelindustrie. Mindestens 75 Stunden in zwei Wochen sind hier laut TAppV vorgeschrieben, maximal 350 Stunden in acht Wochen werden angerechnet. Das Praktikum im öffentlichen Veterinärwesen dagegen ist ein eigener Baustein: 75 Stunden in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Wochen bei einer Dienststelle der Veterinärverwaltung, also einem Veterinäramt.

Wie du deine Praktika planst

Aus eigener Erfahrung: Es lohnt sich, nicht alles auf die vorlesungsfreie Zeit am Ende des Studiums zu schieben. Manche Praktika (etwa das landwirtschaftliche) müssen ohnehin früh liegen, andere wie das kurative Praktikum kannst du erst nach dem Physikum beginnen. Wer sich einen groben Zeitplan über die gesamten elf Semester macht, vermeidet Stress in den letzten Semestern vor dem Staatsexamen.

Fazit

Die Pflichtpraktika sind ein zentraler, gesetzlich fest verankerter Teil deiner Ausbildung, kein netter Zusatz, sondern Voraussetzung für die Zulassung zu Physikum und Tierärztlicher Prüfung. Früh planen und die einzelnen Praktika nicht als lästige Pflicht, sondern als echte Lernchance begreifen: Das bringt am meisten. In den verlinkten Detailartikeln findest du zu jedem Praktikum die genauen Bedingungen und praktischen Tipps.

Porträt von Konstantin Berger
Über die Autorin/den Autor

Konstantin Berger

Tiermedizinstudent (JLU Gießen)

Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.

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