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Fachtierarzt-Weiterbildung

Weiterbildung Pferde im Detail

Porträt von Theresa VogtVon Theresa Vogt3 Min. Lesezeit
Symbolbild Hufeisen – Weiterbildung Pferde

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weiterbildung im Gebiet Pferde deckt die gesamte medizinische Versorgung von Pferden ab – von Diagnostik über Innere Medizin bis zu chirurgischen Grundlagen.
  • Wie bei den meisten Fachtierarzt-Gebieten liegt die Regeldauer bei rund vier Jahren praktischer Tätigkeit an anerkannten Weiterbildungsstätten.
  • Weiterbildungsstätten sind vor allem spezialisierte Pferdekliniken und -praxen sowie Universitätskliniken – im Vergleich zu Kleintieren gibt es davon deutlich weniger.
  • Wer sich noch enger spezialisieren möchte, etwa auf Pferdechirurgie, findet dafür ergänzende Zusatz- oder Teilgebietsbezeichnungen bei einzelnen Kammern.

Stand: Juli 2026.

Ein Gebiet mit begrenzter Zahl an Ausbildungsplätzen

Anders als bei Kleintieren ist die Zahl der auf Pferde spezialisierten Kliniken und Praxen in Deutschland überschaubar. Entscheidet man sich für die Weiterbildung im Gebiet Pferde, lohnt sich deshalb die frühzeitige Suche nach einer anerkannten Weiterbildungsstätte mit befugter Anleitung. Gute Kontakte während des Studiums, etwa über Praktika in Pferdekliniken, sind hier oft der Türöffner. Wie sich der Berufsalltag als Fachtierärztin oder Fachtierarzt für Pferde konkret gestaltet, zeigt das Porträt Was macht ein Fachtierarzt für Pferde?.

Ablauf der Weiterbildung

Auch im Gebiet Pferde beginnt die Weiterbildung erst nach der Approbation und wird der zuständigen Landestierärztekammer schriftlich angezeigt. Über die gesamte Weiterbildungszeit sammelst du praktische Erfahrung unter Anleitung einer bereits weiterbildungsbefugten Fachtierärztin oder eines Fachtierarztes, dokumentierst behandelte Fälle in einem Logbuch und absolvierst begleitend anerkannte theoretische Fortbildung. Wie die drei Bausteine Praxis, Theorie und wissenschaftliche Leistung grundsätzlich zusammenspielen, erklärt der Artikel Dauer und Ablauf der Fachtierarzt-Weiterbildung.

Inhaltliche Bandbreite

Das Gebiet Pferde ist bewusst breit angelegt und umfasst die medizinische Versorgung von Pferden über nahezu alle Disziplinen hinweg: Diagnostik, Innere Medizin, bildgebende Verfahren, Zahnheilkunde sowie chirurgische Grundlagen. Für eine engere Spezialisierung innerhalb der Pferdeheilkunde, etwa auf Chirurgie oder Sportpferdemedizin, bieten einzelne Kammern zusätzliche Teilgebietsbezeichnungen an. Ein Blick in die eigene Weiterbildungsordnung lohnt sich hier besonders. Auch das europäische College-System bietet eine Alternative für international Interessierte, mehr dazu weiter unten.

Besonderheiten gegenüber anderen Gebieten

Die Pferdemedizin ist stärker als andere Gebiete von Spezialkliniken und einer engen, oft persönlich gewachsenen Klientel geprägt. Weiterbildungsplätze werden deshalb seltener öffentlich ausgeschrieben als etwa in großen Kleintierkliniken, sondern häufig über persönliche Kontakte und frühzeitige Praktika vergeben. Das macht ein aktives Netzwerken während des Studiums und der Assistenzzeit besonders wichtig.

Auswirkung auf das Gehalt

Wie stark sich die Fachtierarzt-Weiterbildung im Bereich Pferde finanziell auszahlt, hängt stark von Praxisform, Region und Spezialisierung ab. Eine grundsätzliche Einordnung findest du im Artikel Pferdetierarzt-Gehalt.

Alternative: der europäische Weg

Interessiert man sich für eine Karriere an einer Universitätsklinik oder einer großen internationalen Pferdeklinik, kann man die deutsche Fachtierarzt-Weiterbildung auch mit einer Residency im europäischen Diplomate-System kombinieren oder diesen Weg alternativ verfolgen. Pferdemedizinische Colleges unter dem Dach der EBVS decken unter anderem Chirurgie und Innere Medizin bei Pferden ab und genießen eine hohe internationale Anerkennung, auch wenn die Ausbildungsplätze noch kompetitiver vergeben werden als in der deutschen Kammer-Weiterbildung. Wie dieser Weg im Detail funktioniert, erklärt der Artikel Residency & Diplomate.

Typische Karrierewege nach der Weiterbildung

Nach abgeschlossener Weiterbildung arbeiten Fachtierärztinnen und Fachtierärzte für Pferde meist weiter in einer spezialisierten Klinik, übernehmen dort perspektivisch mehr Verantwortung oder Führungsaufgaben, gründen eine eigene, auf Pferde spezialisierte Praxis oder wechseln in den mobilen ambulanten Bereich mit Schwerpunkt auf Sport- und Freizeitpferde. Welcher Weg passt, hängt stark von den eigenen Vorlieben ab: von der klinischen Fallvielfalt einer Klinik bis zum engeren, persönlichen Kontakt zu Pferdehalterinnen und -haltern im ambulanten Bereich.

Die Weiterbildung im Gebiet Pferde folgt in Dauer und Grundstruktur den üblichen Regeln der Fachtierarzt-Weiterbildung, unterscheidet sich aber durch die begrenzte Zahl an Ausbildungsplätzen deutlich vom breiteren Gebiet Kleintiere. Frühe Kontakte in spezialisierten Pferdekliniken und Vertrautheit mit der Weiterbildungsordnung der eigenen Kammer verschaffen die besten Chancen auf einen erfolgreichen Weg zum Fachtierarzt für Pferde.

Porträt von Theresa Vogt
Über die Autorin/den Autor

Theresa Vogt

Diplom-Biologin

Theresa ist Diplom-Biologin und hat den Weg in die Tiermedizin einst selbst abgewogen. Heute recherchiert sie für tiermedizinstudium.eu die Zahlen hinter dem Beruf: Gehälter, Weiterbildungswege und die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Alternativen wirklich tragen.

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