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Was macht ein...?

Was macht ein Fachtierarzt für Pferde?

Porträt von Marco LindnerVon Marco Lindner3 Min. Lesezeit
Symbolbild Pferdekopf – Fachtierarzt für Pferde

Das Wichtigste in Kürze

  • Fachtierärztinnen und Fachtierärzte für Pferde übernehmen die medizinische Betreuung von Reit-, Sport- und Zuchtpferden – von der Vorsorge bis zur Notfallversorgung.
  • Der Arbeitsort wechselt ständig: Stall, Reitanlage, Turnierplatz und eigene Klinik.
  • Der Weg dorthin führt über das Tiermedizinstudium und eine mehrjährige Fachtierarzt-Weiterbildung.
  • Gehaltlich bewegt sich die Pferdepraxis in einer ähnlichen Größenordnung wie andere Spezialisierungen – Details dazu im Ratgeber zum Tierarzt-Gehalt.

Wer hier arbeitet

Auf Höfen und Reitanlagen in meiner Umgebung sehe ich regelmäßig, wie unterschiedlich der Alltag einer Fachtierärztin oder eines Fachtierarztes für Pferde aussehen kann. Mal geht es um die routinemäßige Impfung eines ganzen Bestands, mal um eine akute Kolik mitten in der Nacht. Diese Bandbreite, von planbaren Terminen bis zum echten Notfall, prägt den Berufsalltag in der Pferdemedizin besonders stark.

Aufgaben im Überblick

Fachtierärztinnen und Fachtierärzte für Pferde übernehmen ein breites Spektrum an Aufgaben:

  • Vorsorge und Impfungen: regelmäßige Gesundheitschecks, Impfprogramme und Entwurmung
  • Lahmheitsdiagnostik: die Suche nach der Ursache, wenn ein Pferd nicht mehr rund läuft – oft mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall
  • Zahnbehandlungen: regelmäßige Kontrolle und Korrektur des Gebisses, das bei Pferden ein Leben lang nachwächst
  • Reproduktionsmedizin: Betreuung von Zuchtstuten und Hengsten, von der Fruchtbarkeitsuntersuchung bis zur Geburtshilfe
  • Notfallversorgung: akute Fälle wie Koliken, Verletzungen oder Geburtskomplikationen, die keinen Aufschub dulden

Arbeitsorte: viel unterwegs, wenig Schreibtisch

Anders als in vielen Kleintierpraxen findet ein großer Teil der Arbeit nicht in einer festen Praxis statt, sondern direkt vor Ort: im Stall, auf der Weide oder bei Turnieren, wo Fachtierärztinnen und Fachtierärzte für Pferde als tierärztlicher Betreuungsdienst gebucht werden. Größere Fälle, etwa Operationen, landen dann in spezialisierten Pferdekliniken mit entsprechender Ausstattung. Wer in der Pferdepraxis arbeitet, verbringt also viel Zeit im Auto zwischen verschiedenen Ställen. Diesen Alltag kenne ich von den Tierärztinnen und Tierärzten, die bei uns in der Region unterwegs sind.

Der Weg zum Fachtierarzt für Pferde

Der Weg beginnt wie bei allen Tierärztinnen und Tierärzten mit dem Tiermedizinstudium und dem Staatsexamen. Danach folgt eine mehrjährige Fachtierarzt-Weiterbildung im Bereich Pferde, die von den Tierärztekammern geregelt wird und praktische Erfahrung unter Anleitung erfahrener Fachtierärztinnen und Fachtierärzte voraussetzt. Wer sich international weiterbilden möchte, kann zusätzlich eine Residency im europäischen College-System anstreben – Details dazu findest du im Ratgeber zur Fachtierarzt-Weiterbildung.

Was den Beruf besonders macht

Was mir bei den Pferdetierärztinnen und -tierärzten, die ich kenne, immer wieder auffällt: Der körperliche Einsatz ist enorm. Ein tausend Kilo schweres Tier lässt sich nicht einfach auf den Behandlungstisch heben, also finden Untersuchungen und Behandlungen meist im Stehen statt, oft unter freiem Himmel und bei jedem Wetter. Dazu kommt Rufbereitschaft für Notfälle, denn eine Kolik wartet nicht bis zum nächsten Werktag. Wer diesen Weg einschlägt, sollte also nicht nur fachlich, sondern auch körperlich und zeitlich belastbar sein.

Was das bedeutet

Die Arbeit als Fachtierärztin oder Fachtierarzt für Pferde ist geprägt von Abwechslung, direktem Kontakt zu Tier und Halter und einem hohen Maß an Eigenverantwortung unterwegs. Für Pferdefans, die mit unregelmäßigen Arbeitszeiten gut zurechtkommen, ist das ein forderndes, aber sehr praxisnahes Berufsfeld.

Porträt von Marco Lindner
Über die Autorin/den Autor

Marco Lindner

Landwirt

Marco führt einen Milchviehbetrieb und arbeitet seit vielen Jahren eng mit Tierärzten zusammen – vom Bestandsbetreuer bis zum Amtsveterinär. Für tiermedizinstudium.eu porträtiert er den Berufsalltag von Tierärztinnen und Tierärzten aus der Perspektive dessen, der sie täglich im Einsatz erlebt.

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