Das Wichtigste in Kürze
- Die Landestierärztekammern erkennen inzwischen eine ganze Reihe von Fachtierarzt-Gebieten an, von klassischen Tierarten wie Kleintiere, Pferde und Rinder bis zu Querschnittsfächern wie Chirurgie, Innerer Medizin oder öffentlichem Veterinärwesen.
- Nicht jede Kammer bietet jedes Gebiet an. Welche Richtungen konkret möglich sind, hängt von der Weiterbildungsordnung deiner Landestierärztekammer ab.
- Neben den „großen“ Fachtierarzt-Gebieten gibt es kleinere Zusatzbezeichnungen für enger gefasste Spezialisierungen.
- Die Wahl der Richtung sollte sich an deinen fachlichen Interessen und am späteren Arbeitsalltag orientieren, nicht am Gehalt allein.
Stand dieser Übersicht: Juli 2026.
Wie die Fachtierarzt-Gebiete grundsätzlich gegliedert sind
Die Musterweiterbildungsordnung der Bundestierärztekammer unterscheidet grob zwischen tierartbezogenen Gebieten und fachlich-methodischen Gebieten. Tierartbezogene Gebiete richten sich nach der Spezies oder Tiergruppe, etwa Kleintiere, Pferde, Rinder, Schweine oder Geflügel. Fachlich-methodische Gebiete richten sich dagegen nach einer medizinischen Disziplin, die sich prinzipiell über mehrere Tierarten erstrecken kann, etwa Chirurgie, Innere Medizin, Radiologie oder Pathologie. Dazu kommt der Bereich des öffentlichen Veterinärwesens, der Lebensmittelsicherheit, Tierschutz und Seuchenbekämpfung zusammenfasst. Die Weiterbildung in den einzelnen Gebieten läuft dabei überall nach einer ähnlichen Grundstruktur aus Praxiszeit, theoretischer Fortbildung und Abschlussprüfung ab.
Tierartbezogene Gebiete
Zu den am häufigsten gewählten tierartbezogenen Fachtierarzt-Gebieten zählen Kleintiere, Pferde und Rinder. Diese Richtungen bündeln praktisch den gesamten medizinischen Bereich der jeweiligen Tierart, von Diagnostik über Chirurgie bis Innere Medizin. Details zur größten dieser drei Tierart-Weiterbildungen findest du im Artikel Weiterbildung Kleintiere; die beiden anderen folgen demselben Grundmuster mit eigenen fachlichen Schwerpunkten. Wie sich der spätere Berufsalltag in diesen Bereichen konkret anfühlt, zeigen die entsprechenden Berufsporträts dieser Website.
Fachlich-methodische Gebiete
Eine Spezialisierung auf eine medizinische Methode statt auf eine Tierart führt in Gebiete wie Chirurgie, Innere Medizin, Radiologie oder Pathologie. Diese Gebiete setzen häufig eine vorherige klinische Erfahrung voraus und werden oft an Universitätskliniken oder größeren Fachkliniken absolviert. Einen vertieften Einblick in die chirurgische Weiterbildung gibt der Artikel Weiterbildung Chirurgie im Detail.
Öffentliches Veterinärwesen
Eine eigene Kategorie bildet das öffentliche Veterinärwesen, das unter anderem Lebensmittelsicherheit, Fleischhygiene, Tierseuchenbekämpfung und Tierschutz umfasst. Diese Richtung lässt sich häufig mit dem separaten Weg in den öffentlichen Dienst über den tierärztlichen Staatskurs kombinieren. Mehr dazu im Artikel Der Weg zum Amtstierarzt.
Zusatzbezeichnungen als kleinerer Baustein
Neben den vollwertigen Fachtierarzt-Gebieten gibt es Zusatzbezeichnungen für enger gefasste Spezialisierungen. Ihre Weiterbildung ist meist kürzer und weniger aufwendig als die eines vollen Fachtierarzt-Gebiets.
Wie du die passende Richtung findest
Am Ende sollte die Wahl der Fachrichtung weniger an vermeintlichen Gehaltsvorteilen hängen als an der Frage, welche Tätigkeit dich fachlich und im Alltag am meisten reizt. Ein Blick in die Berufsporträts dieser Website und ins Gehaltsgefüge im Artikel Fachtierarzt-Gehalt kann bei der Entscheidung helfen, ersetzt aber nicht das Gespräch mit Tierärztinnen und Tierärzten, die die jeweilige Richtung bereits gehen, etwa auf Kongressen oder während eines Praktikums.
Weniger häufige Gebiete
Neben den großen, häufig gewählten Richtungen gibt es eine Reihe kleinerer Fachtierarzt-Gebiete, für die es deutlich weniger Weiterbildungsstätten und entsprechend weniger jährliche Absolventinnen und Absolventen gibt, etwa Geflügel, Schweine, Labortierdiagnostik oder Tierschutz. Für diese Richtungen lohnt sich eine besonders frühzeitige Recherche, welche Kammern das Gebiet überhaupt anbieten und wo sich anerkannte Weiterbildungsstätten befinden, denn hier verfügt nicht jede Kammer über eigene Strukturen. Interesse an einem solchen selteneren Gebiet bedeutet oft auch, offen für einen Arbeitsplatzwechsel in ein anderes Bundesland zu sein.
Neue Gebiete kommen hinzu
Das System der Fachtierarzt-Gebiete ist nicht abgeschlossen: In den letzten Jahren wurden über die Delegiertenversammlungen der Kammern wiederholt neue Gebietsbezeichnungen eingeführt, etwa im Bereich Wildtier- und Artenschutz. Die Weiterbildungslandschaft passt sich also an neue gesellschaftliche und fachliche Entwicklungen an. Ein Blick in die aktuelle Übersicht der eigenen Landestierärztekammer lohnt sich deshalb auch für alle, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen und eine Aktualisierung verpasst haben könnten.
Was das für deine eigene Wahl bedeutet
Die Zahl der anerkannten Fachtierarzt-Richtungen ist in den letzten Jahren gewachsen und deckt inzwischen ein breites fachliches Spektrum ab. Welche Richtungen deine Kammer konkret anbietet, solltest du direkt in ihrer aktuellen Weiterbildungsordnung nachschlagen. Die grundsätzliche Struktur und die wichtigsten Optionen hast du mit diesem Überblick bereits vor Augen.
Theresa Vogt
Diplom-Biologin
Theresa ist Diplom-Biologin und hat den Weg in die Tiermedizin einst selbst abgewogen. Heute recherchiert sie für tiermedizinstudium.eu die Zahlen hinter dem Beruf: Gehälter, Weiterbildungswege und die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Alternativen wirklich tragen.
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