Das Wichtigste in Kürze
- Das Gebiet Kleintiere gehört zu den am häufigsten gewählten Fachtierarzt-Richtungen, weil ein Großteil der praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte ohnehin überwiegend mit Hunden und Katzen arbeitet.
- Die Weiterbildung dauert wie bei den meisten Gebieten in der Regel rund vier Jahre praktische Tätigkeit an anerkannten Weiterbildungsstätten.
- Inhaltlich deckt das Gebiet die gesamte kleintiermedizinische Bandbreite ab – von Diagnostik über Innere Medizin bis zu chirurgischen Grundlagen.
- Wer sich innerhalb der Kleintiermedizin noch enger spezialisieren will, findet dafür eigene Gebiete wie Chirurgie oder Innere Medizin sowie diverse Zusatzbezeichnungen.
Stand der Angaben: Juli 2026.
Warum Kleintiere das meistgewählte Gebiet ist
Kleintierpraxen prägen den Berufsalltag der meisten niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland, entsprechend groß ist die Nachfrage nach der Fachtierarzt-Weiterbildung in diesem Gebiet. Sie ermöglicht es, das eigene Praxisprofil sichtbar zu schärfen und sich gegenüber Kolleginnen und Kollegen ohne Zusatzqualifikation zu positionieren, was besonders in städtischen Regionen mit hoher Praxisdichte zählt. Das Porträt Was macht ein Fachtierarzt für Kleintiere? zeigt, wie sich der Berufsalltag in diesem Bereich konkret gestaltet.
Voraussetzungen und Ablauf
Wie bei allen Fachtierarzt-Gebieten setzt die Weiterbildung Kleintiere die Approbation voraus. Die praktische Tätigkeit erfolgt an einer von der Landestierärztekammer anerkannten Weiterbildungsstätte unter Anleitung einer bereits weiterbildungsbefugten Fachtierärztin oder eines Fachtierarztes für Kleintiere. Über die gesamte Weiterbildungszeit führst du ein Logbuch mit behandelten Fällen und absolvierter theoretischer Fortbildung. Zusätzlich verlangen die meisten Kammern wissenschaftliche Leistungen, etwa eine Dissertation mit Veröffentlichung. Den allgemeinen zeitlichen Rahmen dieser Bausteine erklärt der Artikel Dauer und Ablauf der Fachtierarzt-Weiterbildung.
Inhaltliche Schwerpunkte
Das Gebiet Kleintiere ist bewusst breit angelegt. Es deckt die medizinische Versorgung von Hunden, Katzen und teils weiteren Heimtieren über nahezu alle Disziplinen hinweg ab: allgemeine Diagnostik, Innere Medizin, bildgebende Verfahren, Labordiagnostik und chirurgische Grundeingriffe. Für eine engere Spezialisierung innerhalb der Kleintiermedizin bieten sich im Anschluss oder parallel speziellere Fachrichtungen wie Chirurgie oder Innere Medizin an, die jeweils eigene Weiterbildungswege mit eigenem Anforderungsprofil darstellen.
Wo die Weiterbildung stattfindet
Anerkannte Weiterbildungsstätten für das Gebiet Kleintiere sind neben Universitätskliniken auch größere Kleintierpraxen und -kliniken, sofern die dortige Leitung selbst über die entsprechende Weiterbildungsbefugnis verfügt. Das Gebiet hat vergleichsweise viele befugte Weiterbildungsstätten, deshalb gilt der Zugang im Vergleich zu selteneren Gebieten wie Geflügel oder Schweinen als verhältnismäßig unkompliziert. Ein anerkannter Ausbildungsplatz ist trotzdem keine Selbstverständlichkeit und sollte frühzeitig gesucht werden.
Lohnt sich die Weiterbildung finanziell?
Ein Fachtierarzt-Titel für Kleintiere wirkt sich in der Regel positiv auf die Verhandlungsposition bei Gehaltsgesprächen oder bei der eigenen Praxisgründung aus, auch wenn die genaue Höhe stark von Praxis, Region und Erfahrung abhängt. Eine grundsätzliche Einordnung dazu bietet der Artikel Fachtierarzt-Gehalt.
Konkurrenz durch Zusatzbezeichnungen
Viele Themen der Kleintiermedizin lassen sich auch über schmalere Zusatzbezeichnungen abdecken, etwa Zahnheilkunde, Verhaltenstherapie oder Akupunktur. Deshalb stehen angehende Fachtierärztinnen und Fachtierärzte für Kleintiere oft vor der Frage, ob sich der deutlich größere Aufwand der vollen Weiterbildung überhaupt lohnt. In der Regel gilt: Ein möglichst breites, generalistisches kleintiermedizinisches Profil erreicht man eher mit dem vollen Fachtierarzt-Titel. Geht es dagegen nur um ein einzelnes Zusatzangebot in der eigenen Praxis, kommt man mit einer Zusatzbezeichnung oft schneller und mit geringerem Aufwand ans Ziel. Den Unterschied erklärt der Artikel Zusatzbezeichnungen für Tierärzte im Detail.
Weiterentwicklung nach dem Fachtierarzt-Titel
Mit dem Fachtierarzt-Titel für Kleintiere ist die fachliche Entwicklung nicht automatisch abgeschlossen. Viele nutzen den Titel als Basis, um sich im Anschluss noch weiter zu spezialisieren, etwa auf Chirurgie oder Innere Medizin, oder um eine Leitungsposition in einer größeren Kleintierklinik zu übernehmen. Auch die kontinuierliche Fortbildungspflicht, die für alle Tierärztinnen und Tierärzte gilt, bleibt nach Abschluss der Fachtierarzt-Weiterbildung bestehen und sorgt dafür, dass der fachliche Kenntnisstand laufend aktuell bleibt.
Was das für die Berufswahl bedeutet
Die Weiterbildung Kleintiere ist das mit Abstand am häufigsten gewählte Fachtierarzt-Gebiet in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie unmittelbar an den Berufsalltag der meisten Tierärztinnen und Tierärzte anknüpft. Kümmert man sich früh um eine anerkannte Weiterbildungsstätte und plant die Bausteine Praxis, Theorie und wissenschaftliche Leistung realistisch ein, lässt sich die Weiterbildung in der üblichen Regeldauer von rund vier Jahren abschließen.
Theresa Vogt
Diplom-Biologin
Theresa ist Diplom-Biologin und hat den Weg in die Tiermedizin einst selbst abgewogen. Heute recherchiert sie für tiermedizinstudium.eu die Zahlen hinter dem Beruf: Gehälter, Weiterbildungswege und die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Alternativen wirklich tragen.
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