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Gehalt

TVöD & TV-L: Tierarzt-Gehalt im öffentlichen Dienst

Porträt von Theresa VogtVon Theresa Vogt3 Min. Lesezeit
Symbolbild Euro-Zeichen – TVöD und TV-L für Tierärzte

Das Wichtigste in Kürze

  • Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst werden nach TVöD (Bund/Kommunen) oder TV-L (Länder, außer Hessen) vergütet, zwei tariflich klar geregelten Entgeltsystemen.
  • Laut TVöD-Entgeltordnung fallen Tierärztinnen und Tierärzte mit entsprechender Tätigkeit in Entgeltgruppe 14, mit Leitungsfunktion oder als Fachtierärztin/Fachtierarzt in Entgeltgruppe 15.
  • In der TVöD-Tabelle 2026 (Bund) lag Entgeltgruppe 13 in Stufe 1 bei rund 4.900 Euro brutto, die Entgeltgruppe 14 in Stufe 1 bei rund 5.300 Euro, mit steigender Erfahrungsstufe entsprechend mehr.
  • Anders als in der privaten Praxis ist die Vergütung hier tariflich festgelegt und nicht individuell verhandelbar. Das schafft Planbarkeit, aber weniger Verhandlungsspielraum.

Stand Juli 2026. Tarifwerte werden regelmäßig neu verhandelt; für die verbindliche aktuelle Tabelle zählt immer die jeweils gültige Fassung von TVöD oder TV-L.

TVöD und TV-L: zwei Tarifsysteme, ein Prinzip

Im öffentlichen Dienst, etwa im Veterinäramt, an einem Landesuntersuchungsamt oder in einer öffentlichen Universitätsklinik, wird nicht individuell bezahlt, sondern nach einem tariflich festgelegten Entgeltsystem. Für Kommunen und den Bund gilt der TVöD, für die meisten Bundesländer der TV-L (Hessen hat mit dem TV-H einen eigenen Tarifvertrag). Beide Systeme funktionieren nach demselben Grundprinzip: Eine Entgeltgruppe bestimmt die grundsätzliche Einstufung nach Tätigkeit und Qualifikation, eine Erfahrungsstufe innerhalb der Gruppe bildet die Berufserfahrung ab.

Wie Tierärztinnen und Tierärzte eingruppiert werden

Die TVöD-Entgeltordnung nennt für Tierärztinnen und Tierärzte konkrete Kriterien:

Entgeltgruppe Voraussetzung
E 14 Tierärztinnen und -ärzte mit entsprechender Tätigkeit
E 15 Tierärztinnen und -ärzte der E 14, denen mindestens fünf Tierärztinnen oder -ärzte durch ausdrückliche Anordnung ständig unterstellt sind, sowie Fachtierärztinnen/Fachtierärzte mit entsprechender Tätigkeit

Diese Systematik zeigt: Leitungsverantwortung und eine abgeschlossene Fachtierarzt-Weiterbildung werden im öffentlichen Dienst tariflich honoriert. Einen ähnlichen Effekt gibt es beim Gehaltsvergleich zwischen Tierärztinnen und Fachtierärztinnen in der freien Praxis, dort allerdings individuell verhandelt statt tariflich festgelegt.

Was das in Euro bedeutet

Zur groben Orientierung: In der TVöD-Tabelle 2026 (Bund) lag die Entgeltgruppe 13 in Stufe 1 bei rund 4.900 Euro brutto im Monat, die Entgeltgruppe 14 in Stufe 1 bei rund 5.300 Euro. Mit höherer Erfahrungsstufe steigen die Werte innerhalb der Entgeltgruppe kontinuierlich weiter an. Die TV-L-Tabellen der Länder folgen einer ähnlichen Logik, weichen im Detail aber leicht von der TVöD-Tabelle ab. Amtstierärztinnen und Amtstierärzte im Angestelltenverhältnis werden häufig zunächst in E13 oder E14 eingestuft. Mehr zur konkreten Einstufung im Amtstierarzt-Kontext steht im Ratgeber zum Amtstierarzt-Gehalt.

Quelle: TVöD-Bund-Entgelttabelle, Stand Mai 2026.

Öffentlicher Dienst vs. private Praxis

Der wichtigste strukturelle Unterschied zur privaten Tierarztpraxis: Im öffentlichen Dienst gibt es kein individuelles Verhandeln um jeden Euro, sondern eine tariflich festgelegte Eingruppierung. Sie schafft Transparenz, definiert aber auch die Obergrenze. Dafür kommen tarifliche Zusatzleistungen hinzu, etwa Jahressonderzahlung, geregelte Arbeitszeiten und eine Zusatzversorgung für die Rente (VBL beziehungsweise die entsprechenden Länderkassen). Ein Vergleich der Gesamtsituation zwischen öffentlichem Dienst und privater Praxis findet sich im Ratgeber zum Gehalt als angestellter Tierarzt.

Was die Erfahrungsstufen bedeuten

Innerhalb jeder Entgeltgruppe steigt das Gehalt über mehrere Erfahrungsstufen automatisch mit der Beschäftigungsdauer, unabhängig von individuellen Verhandlungen. Diese planbare Gehaltsentwicklung unterscheidet sich deutlich von der privaten Praxis, in der jede Gehaltserhöhung neu verhandelt werden muss. Der Wechsel in eine höhere Erfahrungsstufe erfolgt automatisch nach einer tariflich festgelegten Zeit in der jeweiligen Stufe. Das Gehalt erhöht sich also auch ohne Positionswechsel über die Jahre kontinuierlich, ein Aspekt, der bei einem reinen Einstiegsgehaltsvergleich mit der freien Praxis leicht übersehen wird.

Fazit

TVöD und TV-L bieten Tierärztinnen und Tierärzten im öffentlichen Dienst eine klar geregelte, tarifliche Vergütung ab Entgeltgruppe 14, mit Leitungsfunktion oder Fachtierarzt-Qualifikation ab Entgeltgruppe 15. Wer Planbarkeit und ein transparentes System einer individuellen Verhandlung vorzieht, findet im öffentlichen Dienst eine verlässliche Grundlage, auch wenn das Gehaltsniveau je nach Karriereverlauf unter dem liegen kann, was in Industrie oder Spezialpraxis erreichbar wäre.

Porträt von Theresa Vogt
Über die Autorin/den Autor

Theresa Vogt

Diplom-Biologin

Theresa ist Diplom-Biologin und hat den Weg in die Tiermedizin einst selbst abgewogen. Heute recherchiert sie für tiermedizinstudium.eu die Zahlen hinter dem Beruf: Gehälter, Weiterbildungswege und die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Alternativen wirklich tragen.

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