Das Wichtigste in Kürze
- Wildtiermanagement ist im deutschsprachigen Raum vor allem als Masterstudiengang etabliert, unter anderem an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Universität Freiburg und in Wien.
- Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bietet den Master „Naturraum- und Wildtiermanagement“, die Universität Freiburg den Master „Wildtierökologie und Wildtiermanagement“.
- In Wien wird ein gemeinsamer Master „Wildtierökologie und Wildtiermanagement“ von BOKU und Vetmeduni Wien angeboten – eine seltene Kombination aus Agrar-/Forstwissenschaft und Veterinärmedizin.
- Grundlage ist meist ein Bachelor in Biologie, Forstwissenschaft, Umweltwissenschaften oder einem verwandten Fach – ein direkter, grundständiger Einstieg direkt nach dem Abitur ist selten.
Zulassungsvoraussetzungen unterscheiden sich zwischen den Standorten (Stand Juli 2026); für verbindliche Details empfiehlt sich der Blick auf die jeweilige Hochschulseite.
Wildtiermanagement als Masterstufe
Wer nach „Wildtiermanagement studieren“ sucht, landet in Deutschland und Österreich vor allem bei Masterstudiengängen, die auf einem ersten Studienabschluss aufbauen. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bietet den Master „Naturraum- und Wildtiermanagement“ an, die Universität Freiburg den Master „Wildtierökologie und Wildtiermanagement“. In Wien kooperieren die Universität für Bodenkultur (BOKU) und die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) bei einem gemeinsamen Masterstudiengang mit demselben Namen – eine der wenigen Konstellationen, in denen veterinärmedizinisches Wissen direkt mit Wildtierökologie und -management verbunden wird. Ein grundständiger Bachelor speziell für Wildtiermanagement ist dagegen selten; häufiger dient ein Bachelor in Biologie, Forstwissenschaft oder Umweltwissenschaften als Vorbildung.
Zoologie als naturwissenschaftliche Basis
Bei Interesse an Wildtieren im weiteren Sinn, aber noch offener Richtungswahl, bietet ein Biologiestudium mit Schwerpunkt Zoologie oder Ökologie eine solide Grundlage. Auch praxisnahe Studiengänge mit Wildtierbezug, etwa im Bereich Landschaftsnutzung und Naturschutz oder forstlichem Ökosystemmanagement, wie sie unter anderem an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) angeboten werden, vermitteln bereits im Bachelor Module zu Zoologie, angewandter Tierökologie und Wildtiermanagement und können so auf einen späteren Master vorbereiten.
Was Wildtiermanagement inhaltlich abdeckt – und was nicht
Inhaltlich geht es in diesen Studiengängen um Wildtierökologie, Bestandsmanagement, Lebensraumgestaltung, Konfliktmanagement zwischen Mensch und Wildtier sowie oft auch jagdliche und naturschutzfachliche Aspekte. Klinische Tätigkeit, also die Behandlung erkrankter oder verletzter Wildtiere, bleibt dagegen approbierten Tierärztinnen und Tierärzten vorbehalten, etwa im Bereich der Wildtiermedizin. Wildtiermanagement ist also eher ökologisch-planerisch als klinisch-medizinisch ausgerichtet.
Der Wiener Master ist hier ein interessanter Sonderfall: Weil er von einer veterinärmedizinischen Universität mitgetragen wird, fließen dort auch tiermedizinisch-populationsbezogene Inhalte ein, etwa zu Wildtierkrankheiten auf Bestandsebene oder zum Zusammenspiel von Wildtiergesundheit und Ökosystem. Das bleibt aber klar von der individuellen tierärztlichen Behandlung eines einzelnen Wildtieres zu unterscheiden, für die weiterhin eine vollständige tierärztliche Approbation nötig ist.
Berufsfelder und Einordnung
Nach dem Abschluss arbeiten Absolventinnen und Absolventen häufig in Naturschutzbehörden, Nationalparks und Wildtierschutzgebieten, in Forstverwaltungen, in Verbänden und NGOs oder in der angewandten Wildtierforschung. Auch international ausgerichtete Organisationen im Artenschutz sowie Zoos mit eigenen Auswilderungs- und Erhaltungszuchtprogrammen zählen zu den möglichen Arbeitgebern. Die Arbeit findet dabei oft im Freiland statt: Geländearbeit, Monitoring von Populationen und Zusammenarbeit mit Behörden, Landnutzern und lokalen Interessengruppen gehören zum Alltag. Für klinische Arbeit mit (Wild-)Tieren bleibt dagegen der vollständige tierärztliche Weg nötig, etwa über ein Tiermedizinstudium im Ausland, falls der Studienplatz in Deutschland nicht klappt. Wer Wildtiermanagement bewusst als eigenständiges Ziel mit Rückkehroption plant, findet im Artikel Plan B mit Rückkehroption passende Hinweise; einen Gesamtüberblick liefert der Hub-Artikel zu Alternativen zum Tiermedizinstudium.
Insgesamt ist Wildtiermanagement ein spezialisiertes, meist auf Masterebene angesiedeltes Studienfeld zwischen Ökologie, Naturschutz und Wildtierbiologie, mit Wien als bemerkenswerter Ausnahme, wo Veterinärmedizin und Wildtierökologie direkt zusammenkommen. Einen Ersatz für die Tiermedizin bietet der Weg nicht, wer primär an der klinischen Behandlung von Tieren interessiert ist, findet ihn hier nicht. Wohl aber steckt darin ein eigenständiges, sinnvolles Berufsfeld für alle, die Wildtiere lieber im größeren ökologischen Zusammenhang betrachten. Schon der Bachelor sollte deshalb gezielt mit Blick auf die spätere Masterzulassung gewählt werden, etwa durch Module in Ökologie, Zoologie oder Naturschutz.
Theresa Vogt
Diplom-Biologin
Theresa ist Diplom-Biologin und hat den Weg in die Tiermedizin einst selbst abgewogen. Heute recherchiert sie für tiermedizinstudium.eu die Zahlen hinter dem Beruf: Gehälter, Weiterbildungswege und die ehrliche Antwort auf die Frage, welche Alternativen wirklich tragen.
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