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Wissenswertes

Studienfinanzierung: BAföG, Kredite, Jobs

Porträt von Konstantin BergerVon Konstantin Berger3 Min. Lesezeit
Symbolbild Studienfinanzierung – BAföG, Kredite und Jobs im Tiermedizinstudium

Das Wichtigste in Kürze

  • BAföG liegt 2026 bei bis zu 992 Euro im Monat für Studierende mit eigener Wohnung und eigener Krankenversicherung – bei Familienversicherung sind es 855 Euro.
  • Die Höhe hängt vom Elterneinkommen ab, in bestimmten Fällen gibt es aber auch elternunabhängiges BAföG.
  • BAföG ist zur Hälfte Zuschuss, zur Hälfte zinsloses Staatsdarlehen.
  • KfW-Studienkredit, Nebenjobs und das Deutschlandstipendium sind weitere Bausteine, die sich auch kombinieren lassen.

Ich bin selbst BAföG-Empfänger gewesen und weiß, wie unübersichtlich das Thema am Anfang wirkt. Deshalb hier der Versuch, es geordnet aufzudröseln (Stand: Juli 2026).

BAföG: die wichtigste Säule für viele

Für viele von uns ist BAföG der zentrale Baustein der Finanzierung. Der Höchstsatz liegt 2026 bei 992 Euro im Monat. Das gilt für Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, sich selbst krankenversichern müssen und unter 30 Jahre alt sind. Bist du noch über deine Eltern familienversichert, liegt der Höchstsatz bei 855 Euro monatlich.

Wichtig: Das ist der Höchstsatz, kein Pauschalbetrag, den automatisch jede und jeder bekommt. Wie viel BAföG du tatsächlich erhältst, hängt vor allem vom Einkommen deiner Eltern ab, und von deinem eigenen, falls du nebenbei arbeitest. Trotzdem lohnt es sich, einen Antrag zu stellen, auch wenn du unsicher bist, ob du Anspruch hast. Die Berechnung ist komplex genug, dass viele sich im Vorfeld unnötig selbst aussortieren. In bestimmten Ausnahmefällen gibt es außerdem elternunabhängiges BAföG, bei dem das Elterneinkommen gar keine Rolle mehr spielt, etwa wenn du schon länger selbst gearbeitet hast, bevor du studierst.

Ein Punkt, der oft für Verwirrung sorgt: BAföG ist nicht komplett geschenkt. Die Hälfte des Betrags ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen vom Staat, das du nach dem Studium in Raten zurückzahlst. Von einem klassischen Bankkredit unterscheidet sich BAföG dadurch deutlich, die Konditionen sind spürbar studierendenfreundlicher.

KfW-Studienkredit als Ergänzung

Reicht BAföG nicht aus oder bekommst du keins, ist der KfW-Studienkredit eine der bekannteren Optionen, um die Lücke zu schließen. Anders als BAföG ist er unabhängig vom Einkommen der Eltern und lässt sich flexibel in der Höhe wählen. Er ist aber ein echter Kredit mit Zinsen, den du zurückzahlen musst. Informier dich also gut über die aktuellen Konditionen, bevor du dich festlegst, und wäge ab, ob du ihn wirklich in voller Höhe brauchst.

Nebenjobs: Klassiker mit Realitätscheck

Viele von uns jobben neben dem Studium, gerade in den ersten Semestern, in denen der Stundenplan noch etwas mehr Luft lässt. Wie gut sich das mit dem Studium verträgt, hängt stark von der Phase ab, in der du gerade steckst, im klinischen Abschnitt wird es enger. Mehr dazu, welche Jobs sich anbieten und worauf du achten solltest, findest du in unserem Artikel zu Nebenjobs im Tiermedizinstudium.

Stipendien: oft unterschätzt

Ein Baustein, den viele zu spät auf dem Schirm haben, sind Stipendien. Das Deutschlandstipendium zahlt pauschal 300 Euro im Monat, unabhängig vom Einkommen deiner Eltern, finanziert je zur Hälfte vom Bund und von privaten Förderern. Es lohnt sich, das frühzeitig im Blick zu behalten, weil die Bewerbungsfristen meist zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr liegen. Welche weiteren Stipendien und Fördermöglichkeiten es gibt, haben wir in einem eigenen Artikel zu Stipendien für Tiermedizinstudierende zusammengetragen.

Die Bausteine kombinieren

In der Praxis setzt sich die Finanzierung bei den meisten aus mehreren Quellen zusammen: ein Teil BAföG, dazu ein Nebenjob in den Semesterferien oder wenigen Wochenstunden nebenher, vielleicht ein Stipendium, das die Haushaltskasse entlastet. Wichtig ist, sich früh mit dem Thema auseinanderzusetzen und nicht erst dann, wenn das Konto knapp wird. Wie sich die einzelnen Kostenblöcke im Studium zusammensetzen, liest du in unserem Artikel zu den Kosten des Tiermedizinstudiums.

Unterm Strich

Eine einzelne Lösung, die für alle passt, gibt es nicht. Aber es gibt genug Bausteine, um das Tiermedizinstudium finanzierbar zu machen. BAföG, KfW-Kredit, Nebenjob und Stipendium lassen sich kombinieren, und je früher du dich mit den Möglichkeiten befasst, desto entspannter läuft die Finanzierung durchs ganze Studium.

Porträt von Konstantin Berger
Über die Autorin/den Autor

Konstantin Berger

Tiermedizinstudent (JLU Gießen)

Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.

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