Das Wichtigste in Kürze
- Viele Nebenjobs im Tiermedizinstudium sind fachnah und bringen gleichzeitig Geld und Praxiserfahrung.
- Klassiker sind HiWi-Stellen an Instituten oder Kliniken, Nachtwachen in der Tierklinik und Vertretungen als TFA in Praxen.
- Auch Reitställe, Pferdepensionen oder Nachhilfe sind unter Studierenden verbreitet, gerade in den ersten Semestern.
- Wie gut sich ein Job mit dem Studium verträgt, hängt stark von der Studienphase ab: Im klinischen Abschnitt wird es enger.
Ich jobbe selbst neben dem Studium und erzähle dir, welche Optionen es gibt und worauf du achten solltest. Stand: Juli 2026.
Warum sich fachnahe Jobs besonders lohnen
Klar, man kann neben dem Studium auch komplett fachfremd jobben. Manche machen das sogar bewusst, um im Kopf mal etwas anderes zu haben. Aber ein großer Teil von uns sucht sich Nebenjobs, die inhaltlich zum Studium passen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du verdienst Geld und sammelst gleichzeitig Erfahrung, die dir später im Berufsleben nützt, sei es der Umgang mit Tieren und Besitzern, praktische Handgriffe oder einfach ein Gefühl dafür, wie der Alltag in Klinik oder Praxis tickt. Diese Praxisnähe lässt sich mit einem klassischen Aushilfsjob im Einzelhandel kaum aufholen.
HiWi-Stellen an der Uni
Eine der naheliegendsten Optionen ist eine Stelle als studentische Hilfskraft, kurz HiWi, an einem Institut oder in einer der universitären Kliniken. Das kann sehr unterschiedlich aussehen – von Mitarbeit in der Forschung über Unterstützung bei Lehrveranstaltungen bis zu praktischen Aufgaben in einer Klinik der Fakultät. Der große Vorteil: Du bist ohnehin schon an der Uni, die Wege sind kurz, und du bekommst Einblicke, die über den regulären Stundenplan hinausgehen. Wie sich der Studienalltag insgesamt gestaltet und wo HiWi-Jobs zeitlich reinpassen, beschreiben wir auch in unserem Erfahrungsbericht zum Studienalltag.
Nachtwachen und Betreuung in der Tierklinik
Ein weiterer Klassiker unter Tiermedizinstudierenden sind Nachtwachen oder Betreuungsdienste in Tierkliniken. Hier übernimmst du, meist unter Anleitung und mit klar abgegrenzten Aufgaben, die Überwachung von Patientinnen und Patienten außerhalb der regulären Sprechzeiten. Das ist nicht für jeden etwas, weil es den Schlafrhythmus durcheinanderbringt, aber gerade für angehende Kleintier- oder Klinikmediziner ist es eine Möglichkeit, sehr nah dran zu sein am klinischen Alltag, inklusive der Momente, die im Studium selbst so nicht vorkommen.
Vertretung als TFA und andere tiernahe Jobs
Mit einer Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten oder zum Tiermedizinischen Fachangestellten oder entsprechender Vorerfahrung findet man häufig Vertretungsjobs in niedergelassenen Praxen, etwa wenn dort kurzfristig Personal gebraucht wird. Aber auch ohne TFA-Ausbildung gibt es tiernahe Nebenjobs abseits der Klinik: Reitställe und Pferdepensionen suchen oft Unterstützung bei Stallarbeit und Pferdebetreuung, was sich für angehende Pferdemedizinerinnen und -mediziner besonders anbietet. Und wenn dir der direkte Tierkontakt neben dem Studium zu viel wird, ist Nachhilfe in naturwissenschaftlichen Fächern eine Alternative, die sich zeitlich oft gut planen lässt.
Zeitmanagement: der eigentliche Knackpunkt
Die spannendere Frage ist meistens nicht, ob es Jobs gibt, sondern ob du die Zeit dafür findest. In den ersten Semestern, im Vorphysikum, lässt der Stundenplan bei vielen noch etwas Luft für ein paar Wochenstunden nebenbei. Im klinischen Abschnitt sieht das anders aus: Präsenzpflichten in Kliniken und Praktika, dazu Bereitschaftsdienste und ein dichter werdender Prüfungsplan lassen weniger Spielraum. Es lohnt sich, den eigenen Nebenjob regelmäßig zu überprüfen und ehrlich mit dir selbst zu sein, wenn er zur Belastung wird statt zur Bereicherung. Wie sich Nebenjobs außerdem in die gesamte Studienfinanzierung einfügen, erklären wir in unserem Artikel zur Studienfinanzierung in der Tiermedizin.
Fachnahe Nebenjobs sind im Tiermedizinstudium keine Seltenheit. Für viele sind sie ein fester Bestandteil des Studienalltags, vom HiWi-Job über die Nachtwache bis zur TFA-Vertretung. Wichtiger als die Frage, welcher Job der “richtige” ist, ist am Ende, wie gut er sich mit deiner aktuellen Studienphase verträgt. Wer sein Zeitbudget im Blick behält, bekommt von einem Nebenjob am Ende deutlich mehr als nur ein bisschen Geld.
Konstantin Berger
Tiermedizinstudent (JLU Gießen)
Konstantin studiert Tiermedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und steckt mitten im klinischen Abschnitt. Auf tiermedizinstudium.eu schreibt er über alles, was er sich vor dem Studium selbst gewünscht hätte: den Weg zum Studienplatz – in Deutschland und Europa – und das, was einen im Studium wirklich erwartet.
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