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Was macht ein...?

Was macht ein Tierkardiologe?

Porträt von Marco LindnerVon Marco Lindner3 Min. Lesezeit
Symbolbild Herz – Tierkardiologe

Das Wichtigste in Kürze

  • Tierkardiologinnen und Tierkardiologen diagnostizieren und behandeln Herzerkrankungen – von angeborenen Herzfehlern bis zur Herzinsuffizienz im Alter.
  • In Deutschland ist das meist die Zusatzbezeichnung „Kardiologie beim Kleintier“ – international gibt es zusätzlich den Diplomate-Weg über ein europäisches College.
  • Der Arbeitsort ist eine Überweisungspraxis oder Klinik mit Ultraschall- und EKG-Ausstattung.
  • Zum Verdienst gibt der Ratgeber zum Fachtierarzt-Gehalt eine Einordnung.

Wer hier arbeitet

Ein Hund, der beim Spazierengehen plötzlich schneller außer Atem gerät als früher, oder ein Pferd mit unregelmäßigem Puls: Solche Beobachtungen führen manchmal zu einer Überweisung an eine Tierkardiologin oder einen Tierkardiologen. Ich kenne das vor allem aus Gesprächen mit Pferdebesitzern, bei denen ein auffälliger Herzbefund während der routinemäßigen Untersuchung festgestellt wurde. Oft ist der erste Verdacht dabei eher ein Zufallsfund als ein akutes Problem, und trotzdem entscheidet die genaue Abklärung darüber, ob ein Tier weiter normal belastet werden kann.

Aufgaben im Überblick

Das Fachgebiet konzentriert sich auf Diagnostik und Langzeitbetreuung:

  • Herzultraschall: die zentrale Untersuchungsmethode zur Beurteilung von Herzklappen und Herzmuskel
  • EKG-Diagnostik: die Erkennung von Rhythmusstörungen
  • Angeborene Herzfehler: Diagnostik und Beratung, insbesondere bei jungen Tieren
  • Herzinsuffizienz-Management: die medikamentöse Langzeitbetreuung älterer Tiere mit Herzschwäche
  • Vorsorgeuntersuchungen: bei bestimmten Rassen mit erblicher Veranlagung zu Herzerkrankungen

Ein Herzultraschall dauert dabei oft deutlich länger als eine normale Untersuchung. Jede Herzklappe und jeder Herzabschnitt muss einzeln beurteilt werden, während sich das Tier möglichst ruhig verhält. Bei ängstlichen oder unruhigen Patienten ist das eine eigene Herausforderung. Erfahrung im Umgang mit dem Tier zahlt sich hier fast genauso aus wie die medizinische Fachkenntnis selbst.

Arbeitsorte: Praxis mit spezieller Diagnostiktechnik

Für eine fundierte Herzdiagnostik braucht es Ultraschallgeräte und EKG-Technik, die nicht jede Praxis vorhält. Entsprechend arbeiten Tierkardiologinnen und Tierkardiologen meist in Überweisungspraxen oder in Fachabteilungen größerer Kliniken, oft in engem Austausch mit Fachtierärzten für Innere Medizin.

Der Weg zum Tierkardiologen

In Deutschland führt der Weg meist über die Zusatzbezeichnung „Kardiologie beim Kleintier“, geregelt durch die Landestierärztekammern. International gibt es zusätzlich den Weg über eine Residency mit Abschluss als Diplomate eines europäischen Colleges. Mehr dazu steht im Ratgeber Residency & Diplomate: das europäische College-System. Zum allgemeinen Einstieg in eine Weiterbildung informiert Fachtierarzt werden.

Was den Beruf besonders macht

Bei den wenigen Fällen, die ich mitbekommen habe, ist mir aufgefallen: Herzerkrankungen bei Tieren verlaufen oft schleichend, bevor sie auffallen. Die Aufgabe der Tierkardiologin oder des Tierkardiologen besteht deshalb nicht nur in der akuten Behandlung, sondern vor allem in der sorgfältigen, oft jahrelangen Begleitung. Ziel ist es, die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten, auch wenn eine Heilung nicht möglich ist.

Bemerkenswert finde ich auch, wie unterschiedlich sich Herzerkrankungen je nach Tierart zeigen. Beim Hund stehen oft Herzklappenerkrankungen im Vordergrund, bei der Katze eher Erkrankungen des Herzmuskels, beim Pferd wiederum Rhythmusstörungen, die häufig erst bei der Belastung unter dem Sattel auffallen. Diese Vielfalt verlangt, dass sich Tierkardiologinnen und Tierkardiologen mit den Besonderheiten mehrerer Tierarten gleichzeitig auskennen.

Dazu kommt die enge Zusammenarbeit mit den Halterinnen und Haltern über Jahre hinweg. Medikamente müssen regelmäßig angepasst, Kontrolltermine eingehalten und Veränderungen im Alltagsverhalten des Tieres genau beobachtet werden, denn ohne verlässliche Mitwirkung zu Hause funktioniert diese Betreuung kaum. Wer diesen Weg geht, wird also nicht nur Diagnostikerin oder Diagnostiker, sondern über Jahre auch feste Ansprechperson für Familien, die um ein herzkrankes Tier bangen.

Was das für dich bedeutet

Die Arbeit als Tierkardiologin oder Tierkardiologe verbindet präzise Diagnostik mit einer langfristigen, oft sehr persönlichen Betreuung von Tier und Halter. Es ist ein technisch anspruchsvolles Spezialgebiet mit viel Verantwortung und dementsprechend eine gefragte Nische. Reizt dich Diagnosetechnik, und trägst du gerne über Jahre hinweg Verantwortung für einen Patienten, ist diese Fachrichtung einen genaueren Blick wert.

Porträt von Marco Lindner
Über die Autorin/den Autor

Marco Lindner

Landwirt

Marco führt einen Milchviehbetrieb und arbeitet seit vielen Jahren eng mit Tierärzten zusammen – vom Bestandsbetreuer bis zum Amtsveterinär. Für tiermedizinstudium.eu porträtiert er den Berufsalltag von Tierärztinnen und Tierärzten aus der Perspektive dessen, der sie täglich im Einsatz erlebt.

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